zur Navigation springen

Wir können richtig

08. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

#wirkoennenrichtighafen : Stena Line setzt auf Rostock

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Reederei steuert Verwaltungssitz in der Hansestadt an und gibt Kieler Betriebsstätte fast vollständig auf. Agreement mit TT-Line bewährt sich.

Bei der Stena Line im Rostocker Seehafen laufen die letzten Vorkehrungen für den Umzug. Die Fährreederei aus Göteborg bündelt ihre deutschen Aktivitäten in der Rostocker GmbH, indem hier alle Schlüsselfunktionen angesiedelt werden und künftig allein die Verwaltung und das Routenmanagement in Deutschland erfolgen. Die bisherige Betriebsstätte der Stena Scandinavia AB in Kiel wird bis auf ein verbleibendes kleines Büro geschlossen.

Neue Räume in der Rostocker Ost-West-Straße 25 vis-a-vis vom Hanse-Kai am Hafenbecken B bieten den zusammengeführten Mitarbeitern der Reederei künftig entsprechende räumliche Möglichkeiten. „Wir ziehen Ende Oktober um, sind spätestens im November im neuen Verwaltungssitz“, berichtet Ron Gerlach, Geschäftsführer der Stena Line GmbH & Co. KG und Routenmanager der Stena-Fährlinien zwischen Rostock und Sassnitz nach Trelleborg sowie zwischen Kiel und Göteborg. Die Reederei siedelt in ein Gebäude um, das alte Hafenmitarbeiter als WUG kennen, was für Wasch- und Umkleidegebäude steht. Der Komplex dient seit Längerem bereits Hafen-Dienstleistern als Bürokomplex und verspricht – umfassend saniert – auch Stena gute Arbeitsbedingungen. „Wir beziehen hier eine Etage und sind dann alle auf einem Flur vereint“, erklärt Gerlach. Etwa 25 bis 30 Mitarbeiter, darunter einige Kieler, werden hier ihre Büros haben. Das „Check in“ im Fährcenter, in dem weitere rund 15 Mitarbeiter tätig sind, ist nur wenige Gehminuten entfernt.

„Für uns war wichtig, dass wir mit unserem Verwaltungssitz im Hafen bleiben“, erklärt der Stena-Manager, der inzwischen eineinhalb Jahre die Geschäfte der deutsch- schwedischen Fährverbindungen führt. Die Zusammenführung mit den Kielern bezeichnet er als Prozess, der voraussichtlich zum Jahresende abgeschlossen ist. Das bedeutet auch schmerzliche personelle Einschnitte, die Mitarbeiterzahl in Rostock dürfte sich nur minimal erhöhen, Optimierung war angesagt. Die Fährroute Kiel-Göteborg ist davon nicht betroffen. Hier wird im nächsten Jahr das 50-jährige Jubiläum groß begangen werden. In der zu Ende gegangenen Saison gab es hier gute Ergebnisse insbesondere im Passagierverkehr (fünf Prozent über Vorjahr), bei Fracht gab es trotz Werftzeit der „Stena Scandinavia“ keine Einbußen gegenüber 2015. Auf der Königslinie via Sassnitz erbrachte insbesondere der Bordershop erfreuliche Ergebnisse. Hier lag der Passagierverkehr insgesamt leicht unter dem Vorjahresergebnis, ist der Frachtmarkt allgemein sehr klein. Zwischen Rostock und Trelleborg stand die Stabilisierung des Frachtaufkommens im Vordergrund, wurden trotz Werftzeit der „Skåne“ die Ergebnisse des Vorjahres erreicht, während der Passagierverkehr leicht zurückging. Dabei habe sich das so genannte Swap-Agreement mit der TT-Line bewährt, nach dem für Kunden beider Reedereien die Kapazitäten gebündelt werden. Mit sechs Abfahrten in der Hauptsaison und fünf Abfahrten in der Nebensaison wird auf der Strecke Rostock-Trelleborg so seit Anfang April alle drei Stunden eine Abfahrtmöglichkeit geboten, was bei den Kunden Anklang findet. Mit dem neuen Fahrplan will man ihnen 2017 noch günstigere Abfahrtszeiten bieten.

Die Fähren „Mecklenburg-Vorpommern“ und „Sassnitz“ erhalten im Januar bei Dockungen in Polen planmäßig ihre Verjüngungskur bis hin zur Technik. Die öffentlichen Bereiche der „Sassnitz“ wurden bereits aufgefrischt. Während auf der „Stena Germanica“ inzwischen schon drei und Ende des Jahres voraussichtlich alle Motoren mit Methanol angetrieben werden, sind aufwändige Antriebsumrüstungen wie der Einbau von Abgaswäschern bei der „MeckPom“, „Skane“ und „Sassnitz“ gegenwärtig nicht vorgesehen. Die Schiffe fahren aber mit dem schadstoffarmen Marinediesel.

Das Fährunternehmen beschäftigt insgesamt 5500 Angestellte. Im Jahr 2015 transportierte die Flotte über sieben Millionen Passagiere, 1,5 Millionen Autos und zwei Millionen Frachteinheiten zwischen den Niederlanden und Großbritannien, auf der Irischen See sowie auf der Ostsee zwischen Dänemark, Norwegen, Schweden, Polen, Lettland und Deutschland.

Die Flotte besteht aktuell aus 34 Schiffen, die Ziele auf 22 Routen anfahren. In Deutschland ist Stena neben Kiel, Rostock und Sassnitz noch in Travemünde (via Ventspils) tätig.

Mit den Schiffsbesatzungen ist die Stena Line allein in MV Arbeitgeber für mehr als 220 Mitarbeiter, über 50 sind es am Verwaltungssitz Rostock. Neuer Vorstandschef (CEO) ist seit Kurzem übrigens mit Niclas Martensson ein ehemaliger Manager der heimischen Stena-Fährverbindungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen