zur Navigation springen

Wir können richtig

11. Dezember 2016 | 10:55 Uhr

#wirkoennenrichtig lokal : So schmeckt Handarbeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Seit 117 Jahren werden in der Grubenbäckerei Brot, Brötchen und Kuchen nach alten Rezepten gebacken.

Der Duft frisch gebackener Brötchen durchströmt die kleinen Räume in der Grubenstraße. Emsig mischen Bäcker Jens Mühlau und seine drei Gesellen seit 21 Uhr Mehl, Wasser, Salz und weitere Zutaten zu einem formbaren Teig zusammen.

Viel Platz bietet die kleine Backstube nicht, die vier Mitarbeiter haben Mühe, sich nicht gegenseitig auf die Fuße zu treten. Dennoch schieben sie fast im Minutentakt die gesamte Nacht hindurch Leckereien wie Berliner, Sechskernbrot, Laugenspitz und Prasselkuchen in den 117 Jahre alten Ofen der Rostocker Grubenbäckerei. „Er ist damit genauso alt wie das Unternehmen“, sagt Inhaber und Bäckermeister Jens Mühlau. Im Jahr 1994 musste die Kohlebeheizung aufgrund gesetzlicher Reglementierungen zwar auf Gas umgestellt werden, gebacken wird heute dennoch wie vor mehr als 100 Jahren, als beispielsweise das Rezept für das Doppelte entstand.

Seit 2003 führt Jens Mühlau das Geschäft gemeinsam mit seiner Exfrau Ute. „Damals starb überraschend mein Schwager. Ich hatte quasi fünf Minuten Zeit zum Überlegen, dann ging das mit der Übernahme ganz schnell“, sagt der 48-Jährige. Schon als Schüler verdiente er sich zu DDR-Zeiten sein erstes Geld mit einem Ferienjob in der Traditionsbäckerei, machte später eine Ausbildung und erlernte in verschiedenen Bäckereien das Rüstzeug für den eigenen Betrieb. Seit jeher befindet sich die Traditionsbäckerei in der namensgebenden Grubenstraße. Gedanken, den Standort zu wechseln oder sich zu vergrößern, gab es nie. „Damit ginge das Flair einfach verloren“, sagt Mühlau.

Und genau auf diese Atmosphäre und die Tradition setzen der 48-Jährige und seine Mitarbeiter noch heute. „Aufgebackene Rohlinge oder Konservierungsstoffe gibt es bei uns nicht“, sagt der Bäckermeister. Und das aus aus gutem Grund. Seit 1899 ist die Grubenbäckerei nicht aus dem Rostocker Stadtbild wegzudenken und ist 117 Jahre später eine von nur noch fünf handwerklichen Betrieben in der Hansestadt. „Jede Backware wird individuell geformt. Dass man diese Handarbeit auch sieht und vor allem schmeckt – das ist für mich am Wichtigsten“, sagt Jens Mühlau.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Nov.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen