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Verkehr : Radler fahren sicher im Fischereihafen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Tiefbaufirma ebnet die Gleise mit Gummiprofilen. Lösung auch für Steintorkreuzung im Gespräch. #wirkoennenrichtig

Drei Mitarbeiter der Firma Tief-, Gleis- und Ingenieurbau Rostock (TGR) haben gestern für mehr Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern gesorgt. In der Straße Am Fischereihafen wurden die Gleise mit Gummiprofilen ausgestattet, um eine bessere Überquerung zu gewährleisten. „Zuerst müssen wir als vorbereitende Maßnahme den Verguss und Splitt aus den Gleisen holen“, sagt Polier Mathias Gabriel. Die Gummiprofile selbst würden dann nur reingezogen. Weil sie unter dem Druck von allein halten, sei auch kein Kleber nötig. Auf dem Fuß- und Radweg entlang der Straße sind die Gummiprofile bereits vor einem Jahr eingebracht worden. „Jetzt machen wir das noch in dem Teil des Gleises, der auf die Straße führt, weil dort mal ein Radfahrer gestürzt ist“, so Gabriel.

Der Rostocker Fischereihafen, der die Maßnahme beauftragt hat und bezahlt, verspricht sich davon mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Letztere können die Gummiprofile leichter auch mit schmalen Reifen überfahren, weil dadurch keine Gefahr mehr besteht, in den Schienen hängen zu bleiben. In Zürich wurden die fahrradfreundlichen Gleise erstmals 2007 und 2013 getestet. Der Fischereihafen hat mit der Einbringung der Spurrillenprofile in Rostock ein Pilotprojekt gestartet. „Diese Profile werden sonst auch eher in Industrieanlagen verwendet und selten im öffentlichen Bereich“, sagt Maik Weindok, Geschäftsführer der Firma TGR. Denn obwohl diese Hilfsmittel für Radfahrer gut sind und auch für den Bahnverkehr kein Problem darstellen, weil das Schienenrad den Gummi ins Gleis drückt, ohne dass er beschädigt wird, sei noch nicht ausreichend getestet, wie die Profile leiden, wenn täglich Pkw und Lkw darüber fahren.

Wie gut sich die Gummiprofile vom Fischereihafen im Alltag beweisen, wird deshalb auch von der Stadtverwaltung ganz interessiert beobachtet. Dort gab es die Idee, solche Profile nach der Umgestaltung des Steintores auch in diesem Kreuzungsbereich zu verwenden. Ob sie dort aber wirklich zum Einsatz kommen, „ist abschließend noch nicht geprüft – da die Schienen der Rostocker Straßenbahn AG ein anderes, eigenes Profil haben“, sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Amtes für Verkehrsanlagen.

Beate Langner, Sprecherin der RSAG, macht Rostocker Radlern ebenfalls wenig Hoffnung: „Im Unterschied zum Fischereihafen ist am Steintor die Frequenz der Schienenfahrzeuge ja viel höher – dort fahren allein sechs Straßenbahnlinien.“ Für diese Belastung sei der am Hafen verwendete Gummi nicht geeignet. Sollte es aber andere Möglichkeiten geben, würde das Unternehmen diese prüfen.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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