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Wir können richtig

03. Dezember 2016 | 07:46 Uhr

#wirkoennenrichtig Spenden : „Ohne Ernährung ist alles nichts“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Warum die Hilfe unserer Leser so wichtig ist: Interview mit Prof. Michael Radke, Direktor der Kinder- und Jugendklinik der Rostocker Universitätsmedizin.

Mit unserer diesjährigen Weihnachtsspendenaktion möchten wir die Kinder- und Jugendklinik der Rostocker Uni-Medizin unterstützen. Dort wird dringend eine Ernährungsberatung benötigt. Warum diese Hilfe so wichtig ist, erläutert Klinikdirektor Prof. Michael Radke im Gespräch mit Angela Hoffmann.

Herr Prof. Radke, die Kinder- und Jugendklinik der Uni-Medizin ist ein Zentrum für chronische Erkrankungen. Nehmen chronische Leiden bei Kindern zu?
In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten sind chronische Krankheiten bei Kindern leider rasant angestiegen. Meist handelt es sich um Erkrankungen wie Diabetes Typ 1, Rheuma, Schilddrüsen-Entzündungen oder Magen-Darm-Krankheiten wie Zöliakie und chronisch entzündliche Darmkrankheiten. Problematisch dabei ist zudem, dass sich die Krankheiten in immer frühere Lebensabschnitte des Kindesalters, in Einzelfällen sogar bis in das Säuglingsalter vorverlagern.
Sie bemühen sich seit Längerem um eine Ernährungsberatung in der Klinik. Warum wäre das aus medizinischer Sicht so wichtig?
Aus einem ganz einfachen, naheliegenden Grund: Ernährung ist nicht alles, aber ohne Ernährung ist alles nichts! Das gilt in besonderem Maße für chronisch kranke Kinder. Die chronische Krankheit entzieht dem sich in der Entwicklung befindlichen Organismus auf Dauer Baustoffe, die er für das Wachstum dringend braucht. Darüber hinaus gibt es einen weiteren Aspekt – die Vorbeugung von Fehlernährung. Hauptproblem ist das Übergewicht im Kindesalter. Wir reparieren lieber die Folgen in Form von Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck als uns im Kindesalter um die Vorbeugung dieser im Einzelfall katastrophalen Folgen zu kümmern, die die Solidargemeinschaft jedes Jahr teuer zu stehen kommt. Und noch ein Aspekt kommt hinzu, der mir als Kinderarzt sehr wichtig ist: Wir wissen seit wenigen Jahren, dass frühgeborene Babys, die nach der Geburt nicht optimal ernährt werden, im späteren Lebensalter besonders häufig an Adipositas, Zuckerkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall aufgrund von Bluthochdruck erkranken. Dies mündet letztlich in dem Bestreben, in Rostock wieder eine Frauenmilchbank zu etablieren. Auch hierfür ist eine Ernährungsberatung unbedingt vonnöten.
Bei welchen Erkrankungen kann eine Ernährungsberatung wertvolle Hilfe leisten?
Jedes Kind mit einer chronischen Krankheit profitiert von einer medizinisch begründeten Hilfestellung bei der Ernährung. Das gilt für Kinder mit einer Krebserkrankung genauso wie bei chronischen Nieren-, Lungen- oder Herzkrankheiten. Bei chronischen Organstörungen haben die Kinder oft keinen Appetit und essen nicht das Nötige. Bei der Zuckerkrankheit im Kindesalter spielen wissenschaftlich begründete ernährungsmedizinische Ansätze zum Beispiel eine große Rolle. Bei Mukoviszidose geht es ohne Ernährungsmedizin überhaupt nicht, hier müssen wir mit Spezialnahrungen unterstützend helfen. Bei chronischen Krankheiten des Magen-Darm-Trakts können wir durch Ernährungsmedizin sogar heilen, wie etwa bei der Zöliakie, einer Krankheit, die durch Inhaltsstoffe im Getreide ausgelöst wird. Und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn steht die Ernährungstherapie an erster Stelle der Behandlung, bevor Medikamente mit zum Teil gravierenden Nebenwirkungen eingesetzt werden müssen.

pro infantibus - Hilfe für das kranke Kind e. V.
OSPA Konto: 4 05 00 91 78
BLZ: 130 500 00
IBAN DE77 1305 0000 0405 0091 78
Verwendungszweck: „Unsere Kinder“

Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihre Adresse und Ihren Namen in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung nicht genannt werden möchten.

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