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08. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

#wirkoennenrichtighafen : Nach Kapstadt wieder Hohe Düne

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hydrografen aus aller Welt bei „Hydro 2016“ in Rostock. BSH-Experte erwartet wichtige Impulse für Erschließung der Meere.

In der nächsten Woche wird die „Deneb“ des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) am Warnemünder Passagierkai auf ein Ereignis besonderer Art aufmerksam machen. In der Yachthafenresidenz Hohe Düne findet vom 8. bis 10. November die internationale Konferenz „Hydro 2016“ statt, die auch eine Fachausstellung umrahmt. Das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff lädt nach Vermessungsarbeiten in der Mecklenburger Bucht aus diesem Anlass am 9. November zum Open Ship, und auch im Yachthafen vis-à-vis geben rund ein Dutzend weiterer schwimmender Einheiten Einblicke in die anspruchsvolle Vermessungstechnik der Hydrografen.

Insgesamt 48 Aussteller präsentieren ihre Exponate zum Kongress, zu dem bis zu 400 Teilnehmer im Kongresszentrum erwartet werden, die mit etwa 50 Vorträgen wissenschaftliche Ergebnisse und Möglichkeiten der Vermessungstechnik vorstellen. Die Themen reichen von neuen Entwicklungen und Perspektiven bis zur Verbindung von Hydrografie und Raumfahrt, erklärt Thomas Dehling, der 2. Vorsitzende der Deutschen Hydrografischen Gesellschaft (DHyG), die die Konferenz ausrichtet.
Als Mitglied der Internationalen Föderation der Hydrografischen Gesellschaften ist Deutschland zum zweiten Mal nach 2010 Gastgeber für Fachleute aus aller Welt. Nach den guten Erfahrungen vor sechs Jahren habe man sich erneut für die Yachthafenresidenz Hohe Düne in Rostock-Warnemünde als Austragungsort entschieden, erklärt Thomas Dehling (52). Der Referatsleiter für Seevermessung und Geodäsie im BSH ist seit 1999 im Zentrum der Hydrografie in Rostock tätig. Seit nunmehr 16 Jahren wirkt der gebürtige Niedersachse bereits in der Hydrografischen Gesellschaft mit, die 1984 als berufsständischer gemeinnütziger Verein aus der Taufe gehoben wurde und sich auch als Sprachrohr der Hydrografie versteht.

Der Gesellschaft gehören Hydrografen vor allem aus Deutschland, aber auch aus Österreich und den Niederlanden als Einzelmitglieder und insbesondere auch Firmen, Institute und Behörden wie das BSH als korporative Mitglieder an. Die Gesellschaft bietet ihnen ein Forum des regelmäßigen Fachaustauschs, unter anderem mit den so genannten Hydrographen-Tagen und über ihre Zeitschrift „Hydrografische Nachrichten“. Erster Vorsitzender ist Holger Klindt von der Bremer Firma Atlas Elektronik. Dr. Sabine Müller, die Chefin der Rostocker Firma Innomar Technologie, führt die Geschäftsstelle der DHyG in Rostock und leitet das Organisationskomitee für den Kongress. Im vorigen Jahr war Kapstadt der Austragungsort, aber auch Aberdeen, Antwerpen, Rotterdam und Liverpool waren bereits Gastgeber.

Dehling erwartet von der Konferenz in Rostock weitere wichtige Impulse für die Entwicklung von Geräten und Verfahren bis hin zur Nutzung von Satelliten für eine sichere Schifffahrt sowie die Nutzung und den Schutz der Meere.

In der Ostsee ist bereits ein Viertel der Flächen in hoher Qualität entsprechend ausgelotet worden. Und auch der Meeresgrund wird unter die Lupe genommen. In der Wrackdatenbank des BSH sind etwa 3000 Objekte erfasst, von denen einige jährlich näher untersucht werden. Allein in diesem Jahr wurden 30 neue Wracks aufgespürt, so auch ein Kleinst-U-Boot.

In bewährter Kooperation mit den dänischen Kollegen wird im nächsten Jahr erneut die für die Schifffahrt wichtige Kadetrinne vermessen, um mit den Fächerloten mögliche Veränderungen aufzuspüren und zu erfassen.

Das BSH hat insgesamt fünf Schiffe im Einsatz, von denen die „Deneb“ und die „Capella“ in Rostock stationiert sind. Für die in die Jahre gekommene „Atair“ wird Ersatz vorbereitet. Derzeit läuft das Auswahlverfahren für die Werft, die den Neubau mit LNG-Antrieb bauen wird.

Im BSH, so Dehling, habe die Aus- und Fortbildung einen hohen Stellenwert. Hier werden auch gegenwärtig wieder Geomatiker und Schiffsmechaniker ausgebildet. In der Hydrografie insgesamt spiele die Förderung des Nachwuchses eine wichtige Rolle. So werden auch zum Kongress zwei studentische Preise vergeben.

Einer, der den BSH-Standort Rostock 1990 mit aus der Taufe gehoben und dann maßgeblich geprägt hat, der frühere BSH-Präsident Dr. Peter Ehlers, wird „Hydro 2016“ eröffnen.

Auch der neue Generalsekretär der Internationalen Hydrografischen Organisation (IHO), der Australier Robert Ward, reist aus Monaco an. Praktisch seine erste Mission in dieser Funktion, denn am ersten Tag der Konferenz tritt gerade die modernisierte IHO-Konvention in Kraft.

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