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#wirkoennenrichtig : Musik dient als Jungbrunnen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Karl Kringel hält nichts vom Ruhestand und ist auch mit 80 Jahren noch voll im Einsatz für seine Leidenschaft

Schon wieder ein Chor? Ja, es ist quasi die Fortsetzung meiner Begegnung mit dem Seniorenchor der Volkssolidarität Bremer Straße, die nun im Güstrower Haus der Kirchen stattfand. Erneut war ich der Einladung von Chorleiter Karl Kringel gefolgt, dieses Mal aber wollte ich etwas mehr über ihn, diesen agilen und lebensfrohen Musiker erfahren. Es war der letzte Tag der Güstrower Chorwoche, dem Gesangs-Trainingslager. Doch ich spürte keinerlei Müdigkeit oder Überdruss bei den Sängern, als ich zur späten Nachmittagsstunde den Probenraum betrat. Im Gegenteil, Gesang und ein abwechslungsreiches Freizeit-Programm, einschließlich eines Tanzabends am 8. März, hatte den Sängern und seinem Dirigenten offensichtlich gut getan. „Erstaunlich, welche Fortschritte der Chor gemacht hat. Mit welcher Freude und Lerneifer alle bei der Sache sind“, schwärmt der fast 81-Jährige. „Haben Sie einen Lieblingschor, mit dem Sie besonders gerne arbeiten?“, wollte ich wissen. Er schüttelt vehement den Kopf. „Jeder Chor hat seine Besonderheiten und sie sind mir alle ans Herz gewachsen.“ Neben dem Seniorenchor ist auch der Laager Männerchor im Jahr 1981 durch ihn gegründet worden. Etwa 20 Männer proben alle 14 Tage im Laager Gemeindehaus in der Pfarrstraße. Aber die Sänger kommen nicht nur aus Laage, sondern aus verschiedenen Orten und Dörfern der Umgebung. Das gemeinsame vierstimmige Singen von Volksliedern, Chorälen und größeren Chorwerken und die vielen Auftritte und Reisen in den vergangenen Jahren haben sie zu einer festen Gemeinschaft gefügt. Trotzdem freut sich der Chor über neue Mitglieder, besonders wenn jugendliche Stimmen hinzukommen.

Im Jahr 2013 wurde der Kirchen- und Volkschor St. Thomas in Lichtenhagen gegründet. „Ein ganz besonderer Chor, denn hier singen Atheisten und Christen sowohl Kirchen- als auch Volkslieder – und das klappt.“ Toleranz wird geübt und gelebt und auch die Pastorin freut sich, wenn zum Beispiel das Lied vom Lindenbaum durch die heilige Halle der wunderschönen Dorfkirche klingt. Es ist übrigens das Lieblingslied von Karl Kringel. Dass er unter anderem auch in der Rostocker Marienkantorei als Chorsänger aktiv ist, beweist, dass das Wort Ruhestand ein Fremdwort und Musikausübung mit Sicherheit das schönste Hobby für ihn ist. Sein zweites Hobby ist die Gartenarbeit. Dabei könne er entspannen, sagt er. Doch ich bin sicher, auch hier denkt er über neu einzustudierende Lieder nach und summt gemeinsam mit den Bienen seine Melodien. Kaum vorstellbar hingegen, dass dieser Mann sein gesamtes Berufsleben als Schiffbauer und Schiffbauingenieur zugebracht hat, ein Beruf, der doch so weit entfernt von der Musik zu sein scheint. Aber die Gegensätze sind es oft, die der Mensch braucht – und die Familie als Ruhepol und Kraftspeicher. Seine Frau Gisela, die vier Kinder, Schwiegerkinder und Enkel bilden den privaten Familienchor.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 15:00 Uhr

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