zur Navigation springen

Expansion in Rostock : Mit Papierwaben auf Erfolgskurs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Unternehmen Yamaton aus Rostock-Hinrichsdorf beliefert sogar die Autoindustrie. Firma macht Millionenumsatz und will sich vergrößern #wirkoennenrichtig

Ob für Möbelverpackungen, Autodächer oder Werbeaufsteller im Supermarkt – die Produkte von Yamaton aus Hinrichsdorf werden in mehr als 20 Länder exportiert und in verschiedensten Branchen benötigt. Der Rostocker Betrieb fertigt als einzige Firma bundesweit individuelle und umweltfreundliche Verpackungslösungen aus Papier und hat sich dabei von der Natur inspirieren lassen. Denn die Basis bildet eine einzigartige sechseckige Zellstruktur, die aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur Honigwabe auch Honeycomb genannt wird.

„Das Rohmaterial erhalten wir aus Israel, Litauen und den Niederlanden“, sagt Produktionsmanager Mathias Pluntke. In einer meterlangen Produktionsstrecke werden daraus durch die Weiterverarbeitung mit lebensmittelechtem Kleber unter anderem passgenaue Bauteile für Stanzplatten, Boxen und Papierwabenpaletten. „Wir haben zum Beispiel eine solche Palette mit 20 Millimeter großen Waben, die vom Labor auf eine Belastbarkeit von 3,5 Tonnen getestet wurde – das ist so viel, wie eine Elefantenkuh wiegt“, so Pluntke.

In den vergangenen fünf Jahren hat die im Jahr 2000 gegründete Firma ein stetiges Wachstum hingelegt und ihren Umsatz pro Jahr um sechs Prozent auf mittlerweile 5,5 Millionen Euro steigern können. „Um weiter wachsen zu können, brauchen wir aber dringend mehr Platz“, sagt Geschäftsführer Ram Peleg.

Nicht nur, das bereits zusätzliche Lagerflächen angemietet werden mussten – auch die Bedingungen für die 43 Mitarbeiter seien am Standort nicht ideal, weil unter anderem Sozialräume fehlen. „Unser Mietvertrag läuft noch bis Ende 2018“, so Peleg. Bis Ende April soll deshalb eine Entscheidung fallen, ob am Standort für sieben Jahre verlängert oder an anderer Stelle neue Räume gemietet oder gar gekauft werden. Der Geschäftsführer rechnet für einen Neubau inklusive zusätzlicher Maschinen und Gesamtflächen von 7500 Quadratmetern mit Investitionskosten von rund 7,6 Millionen Euro und hat dafür schon mit Banken und dem Wirtschaftsministerium gesprochen. Ziel sei es, auch die Zahl der Mitarbeiter auf 70 zu erhöhen.

Bei der Standortsuche hat sich das Unternehmen Hilfe von Rostock Business geholt. „Wir haben für Yamaton elf mögliche Flächen im Stadtgebiet im Auge“, sagt Christian Kluck, der bei Rostock Business den Bereich Gewerbeflächenentwicklung betreut und optimistisch ist, eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden.

Und die drängt – nicht nur wegen des auslaufenden Mietvertrages. Yamaton will weiter wachsen und Kundenaufträge annehmen. Aktuell laufen Gespräche mit dem Daimler-Konzern, der Interesse an den Produkten aus Rostock hat und testen lässt, ob die Waben künftig das Dach der C-Klasse verstärken können, weil das Unternehmen das Fahrzeug leichter machen und deshalb die Bleche verschlanken will. „Die Wabenplatten eignen sich ideal zur Verstärkung von Leichtbau-Trennwänden, zum Beispiel im Schiffbau für Kabinen oder auch für die Luftfahrt“, zeigt Pluntke Einsatzfelder dieses nachhaltigen Produktes auf, das die Rostocker Firma auf Erfolgskurs gebracht hat.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen