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08. Dezember 2016 | 01:10 Uhr

Rostocker Einzelhandel : Lange Straße kämpft mit Randlage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Außerdem plagen sich die Gewerbetreibenden mit langsamen Ämtern, Parkautomaten ohne Wechselgeld und Restriktionen herum.

Derzeit stehen nur drei von 50 Ladengeschäften in der Langen Straße leer – ein Beleg dafür, dass sie als Verkaufszone funktioniert, ist das allerdings nicht. Das wurde gestern bei einem Treffen auf Initiative der CDU mit den Gewerbetreibenden sowie Vertretern von Ämtern und Wirtschaftsverbänden im Rathaus deutlich.

Die Betroffenen plagen zum einen kleinere Probleme wie der Parkautomat, der kein Wechselgeld ausspuckt. „Ich bin keine Wechselstube“, sagt Juliane Ripka vom Bekleidungsgeschäft Stellify. Weil ihnen aber niemand die Scheine in Kleingeld umtauscht, seien die Kunden direkt verärgert. Ein echtes Verkaufshindernis für die Anliegergeschäfte ist zudem die in einen Busparkplatz umfunktionierte Ladezone gegenüber von der Marienkirche. „Die wurde uns vor anderthalb Jahren über Nacht gecancelt“, sagt Klaus Kreutzer vom Piano Centrum Rostock. Was er verkaufe wiege aber im Schnitt 80 Kilogramm. Das Problem sei allerdings ebenso leicht zu lösen, wie beispielsweise auf der Homepage der Stadt Hinweise auf Einkaufsmöglichkeiten in Rostock zu geben.

Zum anderen stehen die Betroffenen aber vor weiterführenden Dilemmata. Hans-Otto Reinitz vom Friseurgeschäft in der Hausnummer 2: „Es dreht sich alles um das behördliche Wohlwollen gegenüber den Gewerbetreibenden.“ Etwa, ob die Politesse angehalten ist, eine Sekunde nach Ablauf der Haltefrist das Knöllchen auszustellen. Oder ob der Antrag auf Beschriftung des Schaufensters wirklich fast vier Monate bearbeitet werden muss wie bei Fanny Neupauer von der Fashion Company Ehrich – die dann auch noch den Original-Katasterauszug vorlegen musste. „Baumann und Clausen ist da noch untertrieben“, sagt sie zum Ämtergebaren.

„Die Restriktionen in der Langen Straße sind wirklich ziemlich arg“, erklärt auch Citymanager Peter Magdanz. Er packt das Thema allerdings deutlich weiter an: „Mein Appell an die Politik lautet: Macht was für die gesamte Innenstadtentwicklung.“ Rostock habe keine zweite Lage. Zumal die Lange Straße ursprünglich nicht als Flaniermeile, sondern „für Verkehr und Demonstrationen gebaut wurde“, wie Kay-Uwe Teetz vom Handelsverband Nord feststellte. Er hält der Stadt vor, ihr eigenes Einzelhandelskonzept nicht einzuhalten. Statt die Innenstadt zu stärken, würden immer wieder große Ansiedlungen am Stadtrand genehmigt. Beschlüsse fielen gestern keine, aber CDU-Fraktionschef Berthold Majerus verspricht weitere Begleitung: „Wir verstehen es als Auftaktveranstaltung.“

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erstellt am 04.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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