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Wir können richtig

09. Dezember 2016 | 22:17 Uhr

#wirkoennenrichtigreportertausch : Kassel: Weckewerk und viel Kultur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der zurückgekehrt NNN-Redakteur Torben Hinz resümiert seine Woche in Kassel.

Fünf Tage Kassel, fünf Tage Einblick in eine 200 000-Einwohner-Stadt, an der ich bisher nur auf dem Weg in den Urlaub vorbeigefahren bin. Da ging es mir ähnlich wie meinem Pendant Tobias Jöhren, der als Tauschreporter zum ersten Mal Rostock besuchte. Während er an der Küste den täglichen Hafenbericht, die nicht existente Verwendung des Wörtchens Moin oder die frittierte Currywurst kennengelernt hat, waren es bei mir nordhessische Spezialitäten wie Ahle Wurst, Hütt-Bier oder Weckewerk – ein Gericht aus gekochten Schwarten, Gehacktem, Fleischbrühe und wahlweise noch Blut und Innereien. Es ist nur bedingt empfehlenswert.

Wie Tobias Jöhren haben auch mich die Menschen vor Ort für sich eingenommen. Beispielsweise Roenie Probst, der im städtischen Fundbüro Beinprothesen, Drohnen, Schmuck und sogar ausgestopfte Füchse hütet. Oder Heinz Fundner, der die Kassel Greeter gegründet hat und als solcher ehrenamtlich Besucher durch seine Stadt führt. Das Programm passt der 67-Jährige jeweils ganz den Interessen der Gäste an, gibt auch schon mal Tipps zum Ausgehen oder zum Nahverkehr. Von ihm habe ich gelernt: In Kassel wurde nicht nur das Lotto erfunden, weil der Kurfürst Geld brauchte, die Stadt ist auch Heimat der ersten Fußgängerzone Deutschlands, der ältesten Straßenbahnlinie Europas und des ältesten festen Theatergebäudes nördlich der Alpen. Überhaupt wird Kultur dort deutlich mehr Beachtung geschenkt als in Rostock. Sogar der Tapete ist ein eigenes Museum gewidmet, das bald für ein paar Millionen Euro in ein neues Gebäude ziehen wird.

Darüber hinaus stehen überall Überbleibsel der Documenta, der alle fünf Jahre ausgerichteten größten Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Etwa der nach seinem italienischen Schöpfer benannte Penone Baum. Als täuschend echter Bronzeabguss eines Haselnussbaums trägt er einen drei Tonnen schweren Findling in seiner Krone. Sein Ankauf war der Stadt 500 000 Euro wert, die auch mithilfe von Sponsoren gestemmt wurden. Fazit: Ein mehrtägiger Besuch im bergigen Kassel lohnt sich, aber am schönsten ist es doch noch immer an der Küste.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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