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Wir können richtig

06. Dezember 2016 | 16:58 Uhr

#Wirkoennenrichtig Hafen : Ein Standort im Wandel der Zeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Über den Arbeitskreis Hochseefischerei und seine Aktivitäten in der Traditionspflege: Auftakt einer Veranstaltungsreihe

Die Societät Rostock maritim ist vorigen Donnerstag Treffpunkt vor allem ehemaliger Beschäftigter des Fischkombinats und Freunde der Hochseefischerei gewesen. Die mehr als 60 Besucher sahen sich in der Ausstellung über die heimische Hochseefischerei um und verfolgten danach die Ausführungen von Dieter Lehmann und Volker Koos über die Geschichte des einstigen Klosterstandortes des Kartäuserordens sowie über Aufbau und Wirken des Heinkel-Werkes in Rostock.

Die Veranstaltung war der Auftakt einer Zeitreise über diesen Industriestandort im Wandel der Zeiten. Vorträge über die Geschichte des Fischkombinates, über die Freizeitaktivitäten der Hochseefischer und die Entwicklung des Fischereihafens sollen folgen.

Initiiert hat sie der Arbeitskreis Hochseefischerei in Rostock, der sich der Traditionspflege verschrieben hat, wie Helmut Jeske (74), der Vorsitzende dieses Vereins berichtet. Die Societät bietet dafür für eine Weile den passenden Rahmen, hat hier doch im Mai das Traditionskabinett des Fischereihafens seinen Platz gefunden, bildet praktisch den Grundstock für die Ausstellung in diesem Museum. „Die Hochseefischerei hat in der jüngeren Geschichte Rostocks die Entwicklung der alten Hansestadt maßgeblich geprägt. Daran zu erinnern und den Bogen ins Heute zu schlagen, dazu wollen wir beitragen“, erklärt Jeske.

24 Mitglieder gehören gegenwärtig diesem Verein an, der im Oktober 2015 offiziell aus der Taufe gehoben wurde. Ihr Sitz ist das Traditionsschiff, wo seit dem 60jährigen Jubiläum des Fischereistandorts eine weitere Ausstellung diesem Metier gewidmet ist, alte Fischereikämpen wie Fritz Hartung mit ihren Aktivitäten praktisch die Voraussetzung für die Bildung dieses Arbeitskreises schufen.

Sie sind vernetzt mit den Stammtischen der Hochseefischerei, die von Rostock, Waren bis hin nach Thüringen und Bayern aktiv sind. Sie wirken zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft „Fischkombinat Rostock – Traditionspflege“, die am 13. Mai 2017 zum fünften und erklärtermaßen letzten Mal in Rostock das Traditionstreffen der Hochseefischer durchführen will. Der Zusammenhalt der Beschäftigten nach all den Jahren ist unglaublich. Bis zu 16 000 Beschäftigte waren in der hiesigen Fischindustrie einmal tätig, davon ein Großteil auf See, wo eine Flotte von zeitweise über 100 Schiffen im Einsatz war. Die Arbeit auf den Fangplätzen fern der Heimat über viele Monate hat sie geprägt, vielfach zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen lassen. Über die harte Arbeit in der Hochseefischerei und den Aufbau der Landanlagen werden Kapitän Jürgen Pätzold und Helmut Jeske im nächsten Jahr berichten. Schließlich wird die imposante Entwicklung des Fischerei- und Frachthafens nach der Wende veranschaulicht werden.

Der aus dem Brandenburgischen stammende Helmut Jeske ist seit 1961 in Rostock ansässig. Er wollte eigentlich Fischereibiologe werden, fuhr deshalb einige Jahre als Hochseefischer auf verschiedenen Trawlern und Verarbeitungsschiffen hinaus auf See, wurde Meister der Fischwirtschaft und studierte schließlich Maschinenbau in Wismar. Der Fischwirtschaft aber blieb er treu, machte hier Karriere in Sachen Technik, Produktion und Hafenwirtschaft. Nach der Wende und der folgenden Abwicklung des Fischkombinates fand er in der Bauindustrie in einem Metall-Betrieb als Ingenieur sein Tätigkeitsfeld.

Der Geschichte der Fischwirtschaft aber blieb er verbunden. Das Modell des Fischereihafens in der Ausstellung auf dem Traditionsschiff trägt auch seine Handschrift. Mit den Mitstreitern im Arbeitskreis wird ein reges Vereinsleben angesteuert – von Diskussionsrunden im Klub der WG Marienehe über Buchlesungen bis zu Kino-Veranstaltungen im Lichtspieltheater Wundervoll. Besondere Höhepunkte bilden nun die Zeitreisen über die Entwicklung des Industriestandortes.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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