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Wir können richtig

08. Dezember 2016 | 21:07 Uhr

#wirkoennenrichtig Lokal : Ein Hauch von Kuba in der KTV

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im La Havanna können Gäste Rumsorten und Zigarren aus aller Welt kosten. Für die familiäre Atmosphäre sorgt Barmann Ulf.

Wer das La Havanna in der Waldemarstraße am Margaretenplatz betritt, der taucht ein in eine karibische Enklave im Herzen von Rostocks Szeneviertel, der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. An den Wänden hängen unzählige Bilder und Fotografien, die den Inselstaat Kuba, dessen Bewohner und natürlich den berühmten Revolutionär Ernesto Che Guevara zeigen. „Wo kommst du denn um diese nachtschlafene Zeit her“, schallt es aus Tresenrichtung. Kaum sind die drei Stufen überwunden, folgt die am häufigsten gehörte Frage des Abends: „Das Übliche?“ Barmann Ulf Blodow grinst.


Jeden Tropfen sucht der Kenner selbst aus


In der Havanna-Bar gibt es – wie der Name schon sagt – vor allem Rum. Neben der namensgebenden Marke mehr als 30 Sorten im Alter von 20 bis 25 Jahren, die vornehmlich aus der Karibik stammen. „Der kommt aus Costa Rica, der aus Guatemala – wir haben auch zwei Ausreißer von den Philippinen – und natürlich kubanische“, erklärt der Fachmann. Die Sorten suche er selbst aus, sei bereits mehrmals nach Kuba gereist und fahre jedes Jahr zur Rummesse, um neue Tropfen zu probieren. „Natürlich gibt es auch Whisky, Gin und Tequila – und zwar nicht die Billigmarken“, sagt der Kenner. Und Cocktails. Kubanisches Bier wurde auch eine Zeit lang verkauft, sei aber nicht gut angekommen.

Das beliebteste Getränk im La Havanna ist neben Bier der Cuba Libre: Rum, Cola, Limette und Eis. „Der wird hier ,Landwein‘ genannt“, führt der Barmann in die Szene ein. Dahinter stecke eine Geschichte, die sich um zwei Stammgäste rankt. „Sie trinkt immer eine Weißweinschorle mit stillem Wasser, den Lydi-Wein. Bis ihr Gatte sich beschwerte, dass er auch einen besonderen Wein haben wolle – mit Rum und Cola“, erzählt Ulf. Schließlich habe sich die Bezeichnung „kubanischer Landwein“, durchgesetzt und sei inzwischen bei vielen Gästen die Standard-Bestellung.

Geöffnet wird das Lokal auf dem KTV-Kiez täglich um 18 Uhr. Dann geht es bis Open End. Sonntags bleibt die Tür allerdings zu. „Einen Tag in der Woche muss man auch mal Ruhe haben und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen“, sagt der 46-Jährige während jemand am Tresen Platz nimmt. Mit etwa 50 Sitzplätzen habe das Lokal genau die richtige Größe, um sie allein zu bewirtschaften, meint Ulf. Und so seien es die Besucher, die das La Havanna so besonders machen. „Wir sind hier so was wie eine kleine Familie. Wer das Lokal betritt, trifft immer jemanden, den er kennt.“ Jeder passe auf den anderen auf und seit der Eröffnung 2009 – der „kubanischen Revolution in der KTV“, wie der Rum-Gourmet sie nennt, seien viele Freundschaften entstanden. „Und nicht nur das. In den letzten Jahren wurde ich sogar zu mehreren Hochzeiten eingeladen. Von Gästen, die sich hier kennengelernt haben“, sagt der Gastronom und nimmt genüsslich einen Zug von der Zigarette. Das La Havanna ist ein Raucherlokal. Wer einkehren möchte, muss volljährig sein. Ein Hinweisschild hängt an der Tür. Deshalb wird auch kein Essen verkauft – Kartoffelchips und Salzstangen bilden die Ausnahme. Dafür dürfen Gäste ihre Pizza oder den Döner selbst mitbringen und im Lokal verzehren. „Das Rauchen ist hier sogar ausdrücklich erwünscht“, sagt Barmann Ulf. Dazu bietet er eine der handverlesenen kubanischen Zigarren an, die Gäste am Tresen erwerben können.


Havanna und dumme Sprüche gehen nie aus


An jedem ersten und dritten Donnerstag des Monats wird im La Havanna ein Pub Quiz veranstaltet, das per Livestream übertragen und an eine große Leinwand geworfen wird. „Dann ist es hier brechend voll“, sagt Ulf. Die Plätze werden lange im Voraus reserviert. Außerdem können die Gäste im Lokal Geburtstage feiern, Hochzeiten oder was sonst ansteht. „Weißt du schon, wer nicht mehr zusammen ist“, fragt jemand am Tresen. „Klar, schon lange. War ja nur eine Frage der Zeit“, sagt Ulf. Als Barmann hinterm Tresen sei er besser über das Stadtgeschehen informiert, als jeder Friseur. „Und was hier im Lokal nie ausgehen wird, sind Havana und dumme Sprüche“, lacht der Gastronom und beginnt eine Geschichte aus DDR-Zeiten zu erzählen.

Kontakt: Telefon: 0381/458 28 71; Im Internet: www.la-havanna.de; Facebook: Bar La Havanna Rostock

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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