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Wir können richtig

10. Dezember 2016 | 02:10 Uhr

#wirkoennenrichtig Zisch : „Da ist Kopfkino angesagt“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Beim bundesweiten Vorlesetag steht am Innerstädtischen Gymnasium Franz Kafka auf dem Programm.

Kafka zu lesen ist einfach, ihn zu verstehen dagegen eine Herausforderung – das hat Axel Richter den Zwölftklässlern vom Rostocker Innerstädtischen Gymnasium (ISG) erklärt. Der Bibliotheksmitarbeiter vom ISG trug kürzlich beim 13. bundesweiten Vorlesetag den Schülern Auszüge aus Kafkas Werk vor und brachte ihnen die Hintergründe näher.

Neben Axel Richter besuchten unter anderem Kathrin Möller-Funck, Leiterin des Kempowski-Archivs, Professor Franz-Josef Holznagel vom Institut für Germanistik der Uni Rostock und Kathrin Möller vom Traditionsschiff „Dresden“ die Schüler. Sie beflügelten die Mädchen und Jungen mit ihren vorgestellten literarischen Auszügen. Zusätzlich besuchten die ISG-Schüler Kitas, Grundschulen und Seniorenheime und trugen dort den interessierten Hörern Werke vor.


Texte verlangen viel Deutung


In der Bibliothek vom ISG standen Auszüge aus Kafkas „Ein Landarzt“ auf dem Programm. „Seine Texte verlangen viel Deutung, vieles ist in Parabelform geschrieben und es ist wenig Realistisches dabei“, so Axel Richter. Seine Vorlesung startete der Kafka-Experte mit einer kleinen Einführung über Werk und Leben des berühmten Autors. Dabei räumte er mit bekannten Vorurteilen auf: „Kafka war ein fröhlicher Mensch und stand im Leben.“ Er hatte eine Arbeit, wenn auch nicht die, die er sich gerne wünschte, hatte Freundinnen und gescheiterte Verlobungen. Die Nacht verbrachte Kafka mit Schreiben. „Er wollte davon leben, aber das ist ihm leider nie gelungen“, so Richter. Kafka sei getrieben von der Passion gewesen, und der Konflikt mit seinem Vater spiegelt sich in Kafkas gesamtem Werk wider. Sein Schreibstil ist klar, eindeutig, protokollarisch. Aber was dahinter steckt, ist nur für den konzentrierten Leser zu erkennen. „Kafka kann man nicht zur Zerstreuung lesen, sondern man muss aufmerksam sein“, erklärt Richter den Zwölftklässlern. Eine große Rolle in seinem gesamten Werk spielen Tiere – seien es Käfer in „Die Verwandlung“ oder Pferde in „Ein Landarzt“. Zudem arbeitet Kafka mit vielen großartigen, aber auch verstörenden Bildern in einer düsteren Landschaft. „Da ist Kopfkino angesagt“, so Richter.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 15:00 Uhr

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