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Wir können richtig

06. Dezember 2016 | 09:08 Uhr

#Wirkoennenrichtiglokal : Arbeiten im Dienste der Königin

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sven Ueberschär bietet mit seinen Brüdern und der familieneigenen Imkerei regionalen Honig an. Nachfrage steigt bundesweit.

Bei der Auswahl des Personals achtet Sven Ueberschär immer auf die gleichen Kriterien: klein und fleißig muss es sein. Gut acht Jahre nach dem Start hat er sich so zusammen mit seinen Brüdern Ronald und Silvio einen Stamm von mehreren hunderttausend Mitarbeitern aufgebaut – die meisten davon weiblich. Denn die Gebrüder Ueberschär sind Imker und beliefern als Honigprinzen von Rostock und Brandenburg aus die ganze Republik.


Anfängerfehler enden mit vielen Stichen


Angefangen hat alles 2008 mit einem Laden, den Sven Ueberschär zusammen mit seiner Frau in Warnemünde betrieb. „Wir hatten Sanddornspezialitäten und auch Honig im Angebot. Nach vielen Preisverhandlungen mit den Imkern dachte ich, dass ich eigentlich selber Bienen bräuchte und habe mir vier Völker besorgt“, erinnert sich der 43-Jährige. Rat und Hilfe bei seinem Start in diese neue Tätigkeit bekam der gebürtige Rathenower von einem Freund seines Vaters sowie anderen Hobby- und Berufsimkern. „Man kann gerade am Anfang viel falsch machen. Das reicht vom gestochen werden bis zum Verlust ganzer Völker durch falsche imkerische Betreuung“, so Ueberschär. Ihm selbst wären außerdem einmal mehr als 20 Völker gestohlen worden.

Was als Hobby begann, ist mittlerweile rasant gewachsen und soll zukünftig alle drei Brüder in einer GmbH beschäftigen. Silvio Ueberschär kümmert sich um Marketing und Vertrieb, Sven und Ronald als Imker um die Bienen und den naturbelassenen Honig, dessen Produktion komplett in Familienhand liegt. Mittlerweile besitzen die Brüder rund 200 Bienenvölker an verschiedensten Standorten und kümmern sich von der Fütterung der Tiere bis zum Schleudern und Abfüllen des Honigs sowie um die Etikettierung der Gläser komplett selbst.

„Unsere Arbeit beginnt damit, die Bienen zur richtigen Zeit an den richtigen Standort zu bringen, die Völker gut und fachgerecht mit organischen Mitteln zu pflegen und dann natürlich den Honig zu schleudern, zu rühren und zu klären“, sagt Ueberschär. Durch Kooperationen mit den verschiedensten Einzelhandelspartnern bundesweit sei die Nachfrage nach den Produkten der Honigprinzen mittlerweile höher, als sie zurzeit befriedigt werden kann. Dabei können sich die Firmeninhaber noch an ganz andere Zeiten erinnern. „Zu Beginn unseres Online-Shops hatten wir gerade einmal eine Bestellung pro Woche“, so der ehemalige Leistungssportler, der trotzdem an seinem Traum festhielt. „Ich wollte schon früher immer etwas mit Tieren machen, sogar Bauer oder Tierarzt werden“, erinnert sich Sven Ueberschär.

Durch seine sportlichen Erfolge im Hochsprung wechselte er allerdings mit zwölf Jahren an die Sportschule und ließ sich später bei der Berufsberatung von seinen ursprünglichen Plänen abbringen. So kam der Rathenower 1992 zum BWL-Studium nach Rostock und blieb.


Herbstfest mit Verkostungsaktion


Durch die Imkerei hat sich der zweifache Vater seinen Traum, mit Tieren zu arbeiten, doch noch erfüllt. Wenn er von seinen Carnica-Bienen spricht, gerät Ueberschär ins Schwärmen. „Ich war am Anfang sehr überrascht, wie fleißig die wirklich sind“, sagt er. Durchschnittlich könnte ein Volk einen Ertrag von 50 bis 75 Kilogramm Honig bringen. Das sei viel, aber nicht garantiert, weil die Imkerei eben auch von zahlreichen Faktoren beeinflusst wäre, die der Imker nicht steuern kann. Das Wetter zum Beispiel. „Deshalb haben wir viele Völker in Brandenburg. Dort ist es milder als an der Küste“, sagt Ueberschär. Sobald die Temperaturen im Winter über 15 Grad Celsius klettern, beginnen die Bienen mit ihrem Reinigungsflug und starten damit quasi in ihre Arbeitssaison. Und das könne eben in milderen Lagen auch schon früher sein.

Sobald Haselnuss und Erle blühen, beginnen die Tiere, Pollen zu sammeln. Von 5000 Bienen, die sich im Winter in einem Volk befinden, wächst die Zahl im Sommer auf bis zu 80 000 Bienen an. Die Königin legt bei guten Bedingungen mehr als 2000 Eier pro Tag. „Wir müssen uns deshalb darum kümmern, dass sich die Königin wohlfühlt und nicht in Schwarmstimmung gerät“, sagt der Imker.

Um die Marke Honigprinz weiter zu etablieren, hat Ueberschär schon viele Ideen. So soll in der Rostocker Küstenmühle der Firmensitz entstehen und dort mit entsprechenden Gerätschaften das Imkern anschaulich präsentiert werden. Schon beim Herbstfest am Sonnabend, 15. Oktober, will der Kritzmower die Mühle für Interessenten öffnen und die verschiedenen Sorten zum Verkosten anbieten.

Außerdem plant der Honigprinz aufgrund der gestiegenen Nachfrage, seine Völker zu vermehren und damit seinen Bienen-Hofstaat weiter auszubauen.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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