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Norddeutsche Neueste Nachrichten

03. Dezember 2016 | 22:51 Uhr

Warnemünde : Werft: Extrarecht für neue Halle?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wegen Konkurrenz: Neptun-Meyer will 25 Meter höher bauen als erlaubt. Ausschuss regt Aufstellung neuen Bebauungsplans an

Die Auftragsbücher sind voll, der Wettbewerb groß. Deshalb will die Neptun-Werft eine neue Werkshalle auf dem Gelände des Maritimen Gewerbegebiets Groß Klein errichten. Die soll mit 60 Metern allerdings um einiges höher werden, als die laut Bebauungsplan (B-Plan) erlaubten 35 Meter. Der Bauauschuss der Bürgerschaft hat sich am Dienstag dafür ausgesprochen, die Genehmigung zu erteilen – einstimmig.

„Wir dürfen hier nicht lange zögern, der Markt ist hart umkämpft. Wir müssen rasch reagieren, um unsere Wirtschaft zu fördern“, sagt Rainer Penzlin (Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09). Auch der zuständige Ortsbeirat Warnemünde hat bereits seine Zustimmung signalisiert. „Wir müssen wirtschaftlich denken. An dem Projekt hängen eine Menge Arbeitsplätze“, sagt Alexander Prechtel (CDU), Vorsitzender des Gremiums. Von den Werft-Geschäftsführern habe er zudem erfahren, dass die bereits Aufträge für das Kreuzfahrtunternehmen Aida angenommen hätten, bis 2021 erste Segmente fertigzustellen. Sollte die Halle also nicht an dieser Stelle gebaut entstehen, werden die Werft-Chefs sich anderweitig umsehen, so Prechtel.

Laut Angaben der Eigner müsse die Halle so hoch werden, da die Bauteile und die Krananlagen sonst nicht hineinpassen würden. „60 Meter sind die minimalste Höhe, die dafür überhaupt geht“, sagt Renee Schäfer vom Bauaumt. Auch die benachbarte sei fast so hoch. „Die neue Halle würde nicht weiter aus dem Rahmen fallen. Und die Genting Werft will daneben noch höher bauen“, so der Warnemünder Ortsbeiratschef Prechtel. Eine offene Baustätte würde an dieser Stelle zudem wesentlich mehr Lärm verursachen.

Warum in diesem Gebiet überhaupt eine maximale Bauhöhe von 35 Metern gelte, wollte Ausschusschef Frank Giesen (CDU) in der Sitzung wissen – „vielleicht sollte man generell den B-Plan anpassen“, regte Giesen an – um Investoren dadurch anzulocken, dass nicht erst Sondergenehmigungen nötig seien, um dort zu bauen. Es sei schon seltsam, für das Gebiet ständig Befreiungen erteilen zu müssen, unterstrich Ausschussmitglied Anke Knitter (SPD).

Der B-Plan für das Gewerbegebiet Groß Klein stammt aus den 90er-Jahren. Bei der Aufstellung sei noch nicht daran zu denken gewesen, dass diese Dimensionen erreicht würden, sagt Bauamtsleiterin Ines Gründel. Eine Notwendigkeit, den Plan zu ändern, sähe sie aktuell nicht.

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