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Norddeutsche Neueste Nachrichten

02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Neptun-Werft in Warnemünde : Werft baut künftig Kraftwerke

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mutterkonzern investiert Millionen in Ausbau des Rostocker Standortes. Neptun soll künftig vier Aufträge pro Jahr erfüllen.

Die Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde spezialisiert sich auf den Bau von Kraftwerken für riesige Kreuzfahrtschiffe. Wie der Mutterkonzern Meyer Werft gestern im niedersächsischen Papenburg mitteilte, wird dafür an der Warnow- mündung eine neue Fertigungshalle errichtet. Sie soll 140 Meter lang, 60 Meter breit und 45 Meter hoch sein.

Das Investitionsvolumen belaufe sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag, hieß es. „Mit dieser Investition werden wir die Wettbewerbsfähigkeit aller drei Standorte weiter steigern. Unser Auftragsbuch ist riesig und die neuen Schiffe ebenso“, erklärte Werft-Geschäftsführer Bernard Meyer. Der Leistungsumfang, den die Werft zukünftig liefert, würde deutlich steigen – und die Zahl der Arbeitsplätze ebenfalls.

Da neue Kreuzfahrtschiffe aus Gründen des Umweltschutzes künftig nur noch mit Flüssiggas und Brennstoffzellentechnologie betrieben würden, wachse der technologische Anspruch an die Schiffbauer. Von 2018 an sollen in der neuen Halle komplette Segmente für die Energieversorgung der Schiffe gebaut und dann zur Komplettierung der in Papenburg und im finnischen Turku fertiggestellten Ozeanriesen ausgeliefert werden. Die bordeigenen Kraftwerke würden die Energie für den Antrieb der Schiffe und die elektrische Versorgung von Hotelbereich, Küchen und Gemeinschaftsräumen bereitstellen. Pro Schiff belaufe sich die installierte Leistung leicht auf zirka 60 000 bis 80 000 Kilowatt.

Vier dieser 140 Meter langen und 16 Meter hohen Maschinenraum-Module sollen pro Jahr in Rostock produziert werden. Die Neptun- Werft hat dieses anspruchsvolle Kompetenzfeld aufgebaut und wird damit zum Systemführer für den Bau dieser Herzstücke der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, hieß es gestern aus Papenburg.

Die Neptun-Werft mit ihren gut 500 Beschäftigten hatte sich in den zurückliegenden Jahren vor allem als Spezialist für Flusskreuzfahrtschiffe einen Namen gemacht. Zudem wurden und werden dort Spezialschiffe wie Gastanker gebaut. Wie schon beim Bau der Flusskreuzfahrtschiffe will die Werft durch ausgefeilte Produktionsprozesse Serieneffekte beim Bau der großen, schwimmfähigen Maschinenraum-Module erreichen. „Wir wollen unsere Produktivität um mindestens 25 Prozent steigern. Insgesamt entspricht der Bau dieser vier maschinenbaulichen Großkomponenten jährlich dem Bau von zwölf Flusskreuzfahrtschiffen pro Jahr“, so Raimon Strunck, Geschäftsführer der Werft in Warnemünde.

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