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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Juli 2016 | 18:39 Uhr

Weg frei für neuen Investor?

vom

Rostock | Gibt es bald einen neuen Käufer für die "Georg Büchner"? Der Vertrag mit dem ominösen neuen Eigner des Schiffes ist gestern womöglich geplatzt. Eine darin festgeschriebene Klausel hatte vorgesehen, dass der Vertrag am 31. Januar anulliert werden kann, wenn das Geschäft bis dahin nicht zustande gekommen ist. "Dann würden die zukünftigen Besitzansprüche wieder gänzlich an den Förderverein Traditionsschiff übergehen", sagt dessen Mitglied Egon Schliecker. Der Verein betrieb bis Ende 2012 auf dem Schiff eine Jugendherberge. Vom Vorsitzenden oder dem Geschäftsführer gab es gestern allerdings keine offizielle Stellungnahme.

Weil der Verein das ehemalige Schiff der DSR-Flotte nicht mehr unterhalten, geschweige denn für einen mehrstelligen Millionenbetrag sanieren konnte, hatte er es am 13. Dezember 2012 verkauft - an eine Firma mit Sitz auf den Seychellen. Um wen genau es sich dabei handelt, ist bis heute unklar. Bekannt ist aber so viel: Der Käufer wollte das denkmalgeschützte Schiff auf einer Werft im litauischen Klaipeda verschrotten lassen.

Nun könnten weitere finanzielle Schwierigkeiten auf den Verein zukommen. Denn wie im Kaufvertrag vereinbart, war bereits ein Teil des Kaufpreises geflossen. Dieser müsste zurückgezahlt werden. Hinzu kommen die Kosten für die Arbeit der Baltic-Taucher, die das Schiff Anfang Januar zum Verschleppen fertiggemacht hatten.

Mit einem Scheitern des Kaufvertrages wäre der Weg frei für einen neuen Investor. Das könnten zum Beispiel belgische Denkmalschützer sein. Die Interessengemeinschaft Watererfgoed Vlaanderen und die Flämische Vereinigung für Industrielle Archäologie bemühen sich seit Wochen intensiv um eine Rettung des Schiffes, welches als Kolonie-Dampfer "Charlesville" in Belgien gebaut wurde. Sie wollen es nach Antwerpen holen und arbeiten zurzeit intensiv an einem Konzept für den Erhalt und die Finanzierung.

Auch die flämische Regierung hat bereits ihre Unterstützung angekündigt. Sie steht derzeit wegen des Schiffes im Kontakt mit der mecklenburgischen Landesregierung. Die Maßgabe des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege ist, dass das Schiff erhalten bleibt. Sonst stimmt sie einem Verkauf nicht zu. Bislang hat die Behörde jedoch vergeblich auf eine Nachricht vom Käufer gewartet. "Um ihn nach seinen Plänen zum Erhalt des Denkmals fragen zu können oder ihn beraten zu können, müsste ich ihn überhaupt erst mal kennen", sagt Dr. Michael Bednorz, Leiter des Landesamtes. Er betont: "Solange die Chance besteht, das Denkmal zu erhalten, müssen alle Möglichkeiten ausgelotet werden, bevor Veränderungen vorgenommen werden." Dazu würde nicht nur das Verschrotten, sondern auch die Demontage von Einzelteilen gehören.

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erstellt am 31.Jan.2013 | 07:47 Uhr

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