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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:48 Uhr

Fischer in Not : Warnemünder Fischer in der Quotenfalle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ingo Pinnow und Kollegen richten Blick nach Luxemburg. Fangbegrenzung für Dorsch bedroht Existenzen.

Die Warnemünder Fischer richten derzeit ihren Blick nach Luxemburg. Denn die Fischereiminister der EU-Staaten wollen die Fangquote beim Dorsch in der Ostsee für das kommende Jahr drastisch senken. Darüber haben sie gestern abgestimmt. Fischereibiologen hatten vor Überfischung gewarnt und zur Reduzierung der Fangmengen geraten. Während die Maßnehme für den Dorschbestand überlebenswichtig ist, bedeutet die drastische Reduzierung der Quoten den Todesstoß für einige Berufsfischer.

„Es ist eine Absenkung auf bis zu 88 Prozent im Gespräch“, sagt Fischer Ingo Pinnow. Fällt diese Entscheidung, stecken die Fischer in der Quotenfalle fest. Zum Überleben bleibt ihnen dann einfach zu wenig. „Das wäre eine Katastrophe für uns“, sagt Pinnow, der seine berufliche Existenz gefährdet sieht. „Durch diese ganze Fischereipolitik werden die Kleinstfischereibetriebe kaputt gemacht. Fischerei ist inzwischen ohnehin ein Beruf ohne Zukunft, es gibt in keine Perspektive und keinen Berufsnachwuchs“, kritisiert Pinnow. Auch die Schonzeiten führen zu Einbußen. Und bisher gelten die Reglungen nur für Berufsfischer, die Angler dürfen dann teilweise weiter angeln. Auch für sie sollen künftig die Mengen gesenkt werden. Die Fischer fühlen sich von der Politik gegängelt, ständig treten neue Gesetze in Kraft, die den Fischern das Leben erschweren. Zu den Schonzeiten kommen die Schlechtwetter-Tage mit Herbststürmen und Windstärken, die ein Herausfahren unmöglich machen. Die Stellnetzfischer sind gegenüber denen mit Schleppnetzen benachteiligt bei der Fünf-Tage-Regelung, wo bereits das Aussetzen der Netze mitzählt.

Auch der Preis für Dorsche wird zwangsläufig steigen. „Es muss auch alles bezahlt werden“, sagt Pinnow. „Sprit, Netze, Kutter, der Tüv, der alle fünf Jahre erforderlich ist, kostet 500 Euro, früher war das umsonst.“

Bei der Einführung der Dorschquote kann Pinnow von der Berufsfischerei nicht mehr existieren. „Dann muss ich mir einen Nebenjob suchen“, fürchtet er. Er steht mit dem Europa-Abgeordneten Werner Kuhn (CDU) in Kontakt. Der rät, die Entscheidung abzuwarten. Die Dänen reagieren konsequenter: Sie lehnen die geforderte hohe Quotenkürzung ab.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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