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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. Juli 2016 | 10:25 Uhr

Fahrerflucht : Unfallopfer sucht Auto-Crasher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jeder Fünfte in Rostock flüchtet vom Tatort / 30-jähriger Sozialarbeiter muss Reparaturkosten in Höhe von 1000 Euro selbst tragen

Die komplette Frontschürze des Opel Astras ist abgerissen und keiner will es gewesen sein. Nichtsahnend hat der Rostocker Robert Holz seinen Wagen in der Großen Wasserstraße abgestellt, um ihn am nächsten Morgen völlig derangiert vorzufinden – vom Täter keine Spur. „Klar, der Wagen ist nicht mehr der neueste, aber es ist schon ärgerlich, wenn man unverschuldet in so eine Situation gerät und allein auf den Reparaturkosten sitzenbleibt“, sagt der Sozialarbeiter. Er selbst habe im Sommer beim Ausparken ein anderes Fahrzeug beschädigt und den Vorfall gemeldet, sagt Holz.

Für den dreizehn Jahre alten Pkw hat Holz nur eine Teilkasko-Versicherung abgeschlossen. „Die beauftragte Werkstatt schätzt allein die Kosten für die neue Frontschürze auf 500 Euro. Mit neuer Lackierung käme man auf mehr als 1000 Euro“, so Holz. Dabei gehe es ihm weniger um das Geld als um das Prinzip: „Die Leute sollen für ihr Handeln die Verantwortung tragen“, sagt der Sozialarbeiter. Deshalb hat der 30-Jährige, nachdem er den Vorfall der Polizei gemeldet hat, auch ein Faltblatt angefertigt, bei Facebook veröffentlicht und in der Gegend verteilt, um Zeugen oder gar den Täter zu finden.

„Manchmal melden sich im Nachhinein tatsächlich noch Zeugen oder sogar der Verursacher, den ein schlechtes Gewissen plagt“, sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Fälle wie dieser seien in der Hansestadt gar nicht so selten: „Bei reinen Blechschäden passiert es häufig, dass Täter nicht am Unfallort verbleiben. Jeder fünfte flüchtet“, so Hanske. Dabei sei Unfallflucht keinesfalls ein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Wer ein solches Vergehen bemerke, solle dies unbedingt erst bei der Polizei anzeigen, bevor er selbst die Initiative ergreift, so Hanske.

Ob Robert Holz noch herausfinden wird, wer seinen Wagen so zugerichtet hat, ist fraglich. Bisher habe sich noch niemand gemeldet. „Groß ist die Hoffnung zwar nicht, aber so kann ich wenigstens sagen, dass ich es versucht habe. Vielleicht meldet sich ja doch noch ein Zeuge oder der Täter“, so der Rostocker.

Hinweise an die Polizeidirektion Rostock unter 0381/49160 oder via E-Mail an: muer-rh385@gmx.de

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