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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Rostock : Übung: Scandlines evakuiert die „Berlin“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

135 Seemänner und Kräfte des Caterings testen modernes Rettungssystem für den Ernstfall

Feuer an Bord, die Lage ist nicht mehr unter Kontrolle – ein Horrorszenario für Crew und Passagiere eines jeden Schiffes. Die deutsch-dänische Reederei Scandlines hat gestern auf der neuen Hybridfähre „Berlin“ den Ernstfall geprobt und deren modernes Evakuierungssystem MES getestet sowie 135 Mitarbeiter auch anderer Scandlinesschiffe geschult.

„Alle drei Jahre muss jeder, der auf so einem Schiff fährt, solch eine Übung absolvieren“, erklärt der erste Offizier der „Berlin“, Manuel Martin. Die Technik selbst – und das war der gestrige Hauptzweck – müsse alle sechs Jahre getestet werden. Die Übung begann gegen 16 Uhr im Überseehafen am Liegeplatz 42 – mit Vorbereitungen. Vor Ort waren Vertreter des Herstellers RFD Beaufort von der Survitec-Group mit Sitz in Großbritannien. Sie verfolgten das gesamte Manöver.

Das startete mit sieben kurzen und einem langem Ton, dem Generalalarm. Seemänner und Cateringkräfte sammelten sich daraufhin im Passagierbereich, wo im Ernstfall die maximal 1350 Fährgäste wären. Einige Minuten später wurde der Generalalarm ausgelöst – kurze und lange Töne. Dann ging es für die Crew in Rettungswesten auf das oberste Deck. Dort ist an beiden Seiten in weißen Containern das neue Marine Evacuation System (MES) installiert. Die Backbord-Seite war bereits in der Werft getestet worden. Vier-fünfmal wurde an Steuerbord eine kleine Pumpe betätigt, zwei breite schlauchförmige Rutschen fuhren aus. An deren Enden öffneten sich vier gekoppelte Rettungsinseln mit Platz für je 158 Personen. In weniger als zwei Minuten war das MES einsatzbereit. Die Crew rutschte problemfrei die 15 Meter hinunter.

Kapitän Jörg Ellner verfolgte als Einsatzleiter alles von der Brücke aus und war zufrieden. Übung gelungen – für Mitarbeiter und System. Ein Motorboot schleppte im Anschluss die Rettungsinseln zur Pier, wo sie von einem Kran geborgen wurden. Der Hersteller nahm sie mit, um sie wieder fachgerecht zu verpacken, ließ aber ein Ersatzsystem auf der Fähre.

Für die Übung fielen Fährfahrten nach Gedser um 15 und 19 Uhr aus. Bernd Seifert von der Aufsichtsbehörde BG Verkehr und ein Kollege hatten die Gelegenheit schon seit 11 Uhr genutzt und die „Berlin“ auf Sicherheit in Nautik und Technik geprüft. „Solche Übungen sind auch wichtig, damit eine gewisse Vertrautheit entsteht“, kommentierte Seifert den Höhepunkt des Kontrollgangs für die „Berlin“. Die sei für den Ernstfall gewappnet.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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