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Norddeutsche Neueste Nachrichten

08. Dezember 2016 | 19:08 Uhr

Zoo Rostock : Tschüss, Fiete!

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Große Abschiedsparty für Rostocks Zoo-Lieblinge: Eisbären treten in den nächsten Tagen ihre Reise an

Wehmütig schauen die Rostocker ein letztes Mal ihrem Fiete beim Toben über die Bärenburg zu. Schon in wenigen Tagen wird der Lieblings-Eisbär den Rostocker Zoo verlassen. Für Fiete wird es eine Reise ohne Wiederkehr. Gestern hat sich der Tierpark zusammen mit allen Zoo-Besuchern mit einer großen Party von seinem putzigen Polarbären verabschiedet.

 

Das geht nicht nur den Besuchern, sondern auch den Tierpflegern an die Nieren. „Es ist ein komisches Gefühl“, sagt Matthias Petzold. Er und sein Kollege René Schoknecht begleiteten den fidelen Eisbären seit seiner Geburt vor knapp zwei Jahren in der Wurfbox. Ihnen war von Anfang an klar, dass Fiete irgendwann gehen muss. Aber dass den beiden Tierpflegern der nunmehr kräftige Eisbär so ans Herz wachsen würde, damit haben sie nicht gerechnet. „Fiete ist einfach anders als die anderen“, begründet Petzold. Mit seiner guten Laune und seinen kreativen Spieleinlagen hat er stets für Unterhaltung gesorgt.

 

Die Rostocker Nadine Semmler, Hannes Fleischer und die zweieinhalbjährige Tochter Alina werden ihren Fiete sehr vermissen. „Wir sind regelmäßig im Zoo“, so die junge Mutter. Einen Tierpark ohne Bären mag sie sich gar nicht vorstellen.


Neues Heim im ungarischen Sosto


Dieser Zustand ist allerdings nicht von Dauer. Wenn das Polarium in knapp eineinhalb Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Bärenburg entsteht, finden die Eisbären ein neues und zugleich viel größeres und schöneres Zuhause vor. Doch vorerst müssen auch Vilma und Vienna den Zoo verlassen. Fiete wird im ungarischen Sosto ein neues Heim finden, wie NNN berichteten, und dort eine neue Gefährtin aus Moskau bekommen. Für Vilma geht es noch in dieser Woche ins dänische Aalborg. Dort trifft sie auf Lars, Fietes Vater. „Wenn sie dort mit ihm erneut Nachwuchs zeugt, wird sie dort bleiben“, erklärt Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. Der Zoo wünscht sich jedoch, dass sie wieder zurückkommt und im Polarium ihre Jungtiere zur Welt bringt.

Unklar ist auch, ob die betagte Dame Vienna mit ihren knapp 28 Jahren nach ihrem Auszug ins französische La Palmyre die Rückreise in die Hansestadt antreten kann. „Das hängt ganz von ihrer körperlichen Verfassung ab“, betont die Kuratorin. Nur wenn Vienna wirklich fit ist, um den Transport zu überstehen, darf sie in Rostock ihren Ruhestand verbringen. Andernfalls bleibt sie in Frankreich.

Auch die Pinguine verlassen den Zoo vorübergehend. Sie finden in Marlow und Berlin eine Unterkunft. Ende November wird die alte Bärenburg abgerissen. Der Zoo verfolgt das Ziel, das Polarium im Frühjahr 2018 zu eröffnen.

 

Mit Fietes Auszug geht eine Bären-Ära zu Ende

Wer hätte geahnt, dass aus einem knuddeligen Polarbären-Baby mal eine Berühmtheit wird: Mit seiner lustigen Art, seiner ungebremsten Neugierde und seiner Aufgeschlossenheit gegenüber den Zoo-Besuchern hat sich Fiete in die Herzen der Rostocker getapst. Doch nun muss er den Zoo für immer verlassen. Also heißt es Abschied nehmen. Am 3. Dezember 2014 erblickte Fiete  als winziges Fellknäuel in der Wurfbox der Bärenburg das Licht der Welt. Seitdem haben die Hanseaten  jeden Schritt des kleinen Eisbären verfolgt. Mittlerweile ist aus dem niedlichen Fellbündel ein nicht zu unterschätzendes Kraftpaket  geworden. Der Zoo-Liebling zählt zu den gefährlichsten Tieren auf der Erde und ist trotzdem eine durch Menschen und Erderwärmung bedrohte Art.

Der Eisbär ist das Wahrzeichen des Rostocker Zoos. Seit Jahrzehnten setzt sich der Tierpark für den Erhalt der arktischen Bären ein und führt sogar das europäische Zuchtbuch. Zahlreiche Eisbären erblickten auf der Bärenburg das Licht der Welt. Fiete, als letzter Spross, bedeutet gleichzeitig das Ende einer Ära.

Der nächste Arktis-Bär, der einmal im Rostocker Zoo zur Welt kommt, wird in einem bedeutend schöneren Umfeld aufwachsen. Mit dem Polarium macht der Rostocker Zoo einen großen Schritt nach vorn in Sachen Artenschutz. Auch wenn Fietes Abschied für traurige Gesichter sorgt, ist er auch ein Grund zur Freude. Bald haben es die Eisbären bei uns viel besser.

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erstellt am 16.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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