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Norddeutsche Neueste Nachrichten

28. September 2016 | 08:52 Uhr

Brutale Praktiken : Tierversuche schocken Rostocker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ertränkte Mäuse, Stromstöße für Kaninchen, zugenähte Katzenaugen: Ärzte klären über brutale Praktiken in deutschen Labors auf

Nicht jeder mag Mäuse und Ratten und die Plagegeister verursachen bei Hauseigentümern Unbehagen. Aber sollten diese Tiere stundenlang unter dem Deckmantel der Wissenschaft gequält werden? Mit dieser Frage haben sich auch viele Ärzte in Deutschland auseinandergesetzt und einen Verein gegründet, um leidvolle Tierversuche an den Pranger zu stellen. Am Sonnabend machten die Ärzte gegen Tierversuche Station auf dem Neuen Markt.

„Ich finde es besonders bemerkenswert, dass sich die Ärzte für ein Verbot stark machen, denn die müssten eigentlich am besten wissen, ob Tierquälerei für die Medizin zwingend nötig ist oder nicht“, sagte Passant André Schmidt. Dass Hunde für die Kieferorthopädie besonders gequält werden, stört ihn gewaltig. Mäuse werden ertränkt, Hunden die Knochen gebrochen, Kaninchen mit Strom gequält und Katzenbabys die Augen zugenäht. Viele dieser Praktiken sind nach EU-Tierversuchsrichtlinien längst verboten, werden jedoch in Deutschland weiterhin uneingeschränkt zugelassen, kritisieren die Ärzte. So sollen beispielsweise Ratten und Mäuse bis zur Erschöpfung bei Schwimmversuchen gequält oder bis zur Hilflosigkeit mit Elektroschocks für die Depressionsforschung traktiert werden.

„Das sind altertümliche Methoden, die nicht ins 21. Jahrhundert passen und der Wissenschaft nicht nutzen“, sagt die Rostocker Ärztin Eva Katharina Kühner. Sie hat auch einige Medikamente parat, die bei Tieren erfolgreich angewendet wurden, in der Humanmedizin aber katastrophale Wirkungen mit sich brachten, beispielsweise Contergan. Und auch für die fragwürdige Botox-Schönheit müssen pro Charge ein bis zwei Versuchstiere ihr Leben lassen.

Mehr als 110 000 Bürger unterschrieben bereits für die Unterlassung dieser Tierquälereien. Alternativen gäbe es: „Statt Affen ins Gehirn zu bohren, hätte man auch mit Hirngewebe von Menschen, welches bei Operationen anfällt, experimentieren können“, führt Neurobiologe Christian Ott ein Beispiel an.

Im Internet: www.schwimmen-bis-zur-verzweiflung.de




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