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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 20:19 Uhr

Stadthalle Rostock : Supermarkt statt Parkflächen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Auf 200 Stellplätzen der Stadthalle sollen Netto und Bürogebäude entstehen . Andere Filialen schließen. Parkhaus am Bahnhof.

Auf dem Parkplatz der Stadthalle will Netto eine neue Filiale errichten, dazu soll ein mehrgeschossiges Bürogebäude entstehen. Rund 200 Parkplätze würden der Stadthalle durch die Bauvorhaben entfallen. Allerdings beklagt Petra Burmeister, Geschäftsführerin der Messe- und Stadthallengesellschaft, bereits jetzt fehlende Stellplätze.

Eben das kritisiert Bauausschussmitglied Erhard Sauter (SPD), dass die Verwaltung dennoch den Verkauf der Fläche erwägt. „An welcher Stelle haben wir als Bürgerschaft auf so was Einfluss“, hinterfragt Ausschuss-Kollegin Ellen Fiedelmeier (Linke). Ihre Sorge gilt nicht primär den Parkplätzen der Stadthalle, sondern der Versorgung in der Südstadt. Für den neuen Netto werden kleine Märkte dieser Handelskette im Viertel geschlossen – auf der anderen Seite der Stadthalle ist das schon geschehen. Aktuell gibt es noch Filialen in der Brahestraße 44 und der Ziolkowskistraße 1. „Fallen die weg, sind es lange Wege, die sich ergeben“, sagt Fiedelmeier.

„Wir haben doch keine Entscheidungsgewalt, wo die einen Markt hinstellen“, kontert Jan Hendrik Hammer (UFR/FDP). Die Intention der potenziellen Bauherren kennt Stadtplanungsamtsleiter Ralph Müller. Die sei auf Konkurrenzfähigkeit begründet. „Sie haben gesagt, sie würden gern die drei Standorte aufgeben und dafür einen großen bauen“, sagt Müller – wie es andere Ketten auch tun. Zunächst hätte Netto dafür die benachbarte Grünfläche anvisiert. „Aber das geht natürlich nicht“, so Müller. Was gehen soll, ist der Bau auf den Parkflächen der Stadthalle. „Natürlich ist uns bekannt, dass das Problem für die Stadthalle dadurch nicht besser wird, aber das hat sie doch so oder so“, sagt Müller.

Linderung solle und werde ein neues Parkhaus verschaffen. Das soll zwischen Bahnhof und Stadthalle entstehen – mit 1000 Parkplätzen und Fahrradstellplätzen. Realität wird das aber erst für 2020. Bis dahin wird der Bedarf der Stadthalle an Stellplätzen aber wahrscheinlich noch gestiegen sein. Für rund 16,5 Millionen Euro plant die einen Anbau, der die Besucherkapazität auf 6600 erhöht. Bauausschussvorsitzender Frank Giesen (CDU) hat auch ästhetisch Probleme mit dem neuen Discounter-Projekt – noch einem großen Markt direkt an der Straße. „Städtebaulich ist das nicht gerade prickelnd“, sagt er. Das Amt hat eine städtebauliche Studie machen lassen, sagt Müller. Ein eingeschossiger Markt sei nicht zu erwarten, wenn über dem noch Gewerbe einziehen soll. Nahversorgungsstandorte werde es weiterhin geben, greift er Fiedelmeiers Sorge auf. Mit Netto, Aldi, Lidl und Co. habe sich die Stadtverwaltung dazu verständigt.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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