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Norddeutsche Neueste Nachrichten

06. Dezember 2016 | 22:52 Uhr

Diskussionen in Rostock : Südstadtklinik testet neues Schichtmodell

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kritiker: Verfahren schränkt Mitarbeiter ein. Personalrat unterstützt Verwaltung

Am Rostocker Klinikum Süd sorgt derzeit ein neues Schichtmodell für Diskussionen: Seit dem 1. September wird auf einer Station der Inneren Klinik ein so genanntes Standby-Modell getestet, bei dem Pflegekräfte an einem freien Tag im Monat für zwei Stunden abrufbereit zur Verfügung stehen müssen. Werden sie nicht gebraucht, wird ihnen dafür eine halbe Stunde Arbeitszeit vergütet. Statt der in der Pflege üblichen acht Minusstunden für einen freien Tag werden minus 7,5 Stunden angerechnet.

„Bei dem Modell handelt es sich um ein modernes Instrument des Ausfallmanagements“, sagt Renate Fieber, Verwaltungschefin des Klinikums. Es garantiere den Mitarbeitern, dass sie nicht wahllos zum Dienst gerufen würden, wenn andere Kollegen unerwartet ausfallen. An anderen Kliniken sei dieses Verfahren längst üblich. Insider werfen der Klinikleitung allerdings vor, durch dieses Verfahren nicht nur die Freizeit der Mitarbeiter entscheidend zu beschränken, sondern diese durch die Anrechnung von weniger Minusstunden auch indirekt zum Abbau von Überstunden zu zwingen.

Der Personalrat der Klinik steht der Verwaltung bei: „Da die Mehrheit der Mitarbeiter dieser Station dieses Modell testen wollten, hat der Personalrat einem Testlauf zugestimmt“, so ein Sprecher. So würde man als Vertreter des  Kollegiums nur arbeitsorganisatorischen, außertariflichen Maßnahmen zustimmen, die im Interesse des Großteils der betroffenen Mitarbeiter seien.

Getestet werden soll das Schichtmodell bis Ende des Jahres. „Danach werden wir die Probezeit  gemeinsam mit dem Personalrat auswerten und im Sinne des Personals entscheiden, ob weiterhin so verfahren wird“, sagt Klinikdirektorin Renate Fieber. Bereits jetzt hätten Mitarbeiter anderer Stationen den Wunsch geäußert, auch an dem Modell teilnehmen zu dürfen. Katrin Zimmer

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erstellt am 12.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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