zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2016 | 21:02 Uhr

Campus der Seefahrtsschule : Studienstart auf einer Baustelle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Heute erwacht der Campus der Seefahrtsschule nach den Semesterferien wieder zum Leben. Auftakt mit 49 neuen Studenten.

Auf dem Campus der Warnemünder Seefahrtsschule bestimmen gegenwärtig Bauleute die Szenerie. Die Bauarbeiten am Turmgebäude sind in vollem Gange, heute läuft aber auch wieder der Studienbetrieb am Fachbereich Seefahrt der Hochschule Wismar auf vollen Touren. Zur Auftaktveranstaltung um 9 Uhr in der Aula kann Prof. Karsten Wehner (60), der Leiter des Bereichs, 49 neue Studenten begrüßen – 38 haben sich für den Studiengang Nautik/Seeverkehr eingetragen und elf für die Schiffsbetriebs- und Anlagentechnik. Bei den Nautikern ist das eine Steigerung zum Vorjahr, bei den Technikern ein Rückgang.

Dazu kommen noch die bislang erst elf Eintragungen für ein Masterstudium – eine Zahl, die sich aber noch erhöhen dürfte, denn nicht alle Bachelor-Absolventen haben bereits ihre Urkunden und bis Oktober ist noch Zeit, sich für den Masterstudiengang „Operation and Management of Maritime Systems“ zu entscheiden. Die der Hochschule angegliederte Fachschulausbildung läuft bereits seit dem 5. September. Hier steuern zwölf Schüler das nautische und 19 das technische Befähigungszeugnis an, berichtet Schulleiter Andre Pfeifer. Dazu kommen dann noch 13 Fachschüler für die küstennahe Fahrt (weniger als 500 BRZ) und ab 20. Februar folgen noch etwa 14 für die Schiffsmaschinisten-Ausbildung. Während am Vormittag die Neuen begrüßt werden, erfolgt für die Absolventen der Hochschule nachmittags die Verabschiedung. Am Mittwoch ist im Wismarer Theater dann die feierliche Immatrikulation.

Insgesamt liegen die Zahlen deutlich unter den Bewerbungen vergangener Zeiten, als eine Berufswahl in der Schifffahrt noch hoch im Kurs stand. Berichte über den Abbau deutscher Seearbeitsplätze mögen so manchen Interessenten abgeschreckt haben. Unter den gegenwärtig eingeengten Räumen aber ist Wehner gar nicht so unglücklich, dass die Zahl der Immatrikulierten sich in bescheidenen Grenzen hält. Der Turmbereich der Seefahrtsschule ist noch voll eingerüstet, als Zwischenlösung wurde das alte Haus 6 vor dessen Abriss erschlossen. Und auch das Haus 1 mit der Aula, das gegenwärtig noch zur Universität gehört, wird durch die Schule für Werkstätten und Lehrbetrieb genutzt.

Wehner geht davon aus, dass der erste Bauabschnitt im nächsten Frühjahr in neuem Glanz zur Verfügung steht, dann aber die Verjüngungskur für den angeschlossenen Schulbetriebs- und Verwaltungstrakt folgt. Der Bau eines neuen Maschinenlabors dürfte sich erst nach Fertigstellung des gesamten Komplexes anschließen. Verjüngungskuren gab es auch im Simulationszentrum. Hier wurde die Verkabelung erneuert, um noch schneller arbeiten zu können. Hier ist nun auch wieder das Vessel-Traffic-Zentrum neben Maschinen- und Brückensimulator voll leistungsfähig. Für die etwa 550 Studenten am Campus, denen allein 13 Professoren zur Seite stehen, werden sich Schritt für Schritt die Arbeitsbedingungen verbessern.

Die Forschungsarbeit hat einen hohen Stellenwert. Etwa eine Million Euro wird durch Drittmittel-Projekte eingeworben, was die Beschäftigung etlicher Mitarbeiter möglich macht. Prof. Wehner ist gerade erst aus Indonesien zurückgekehrt. Im Archipel der 17 000 Inseln gibt es in Surabaya eine von Dr. Wolfgang Busse geführte Außenstelle der Hochschule Wismar, wo Wehner zur Eröffnung des neuen Studienjahrs 44 neu Immatrikulierte begrüßen konnte. An diesem Institut bereiten sich 180 Studenten für eine Führungsposition in der Seefahrt vor, aber unter deutscher Anleitung wird hier Forschungsarbeit geleistet. Vier junge indonesische Lehrkräfte des Instituts werden sich für zwei Wochen auch in Warnemünde für ihre Aufgaben qualifizieren.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen