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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. Juni 2016 | 22:46 Uhr

Studentenwerk Rostock : Studentenwerk plant Heime

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In der Südstadt sollen 100 zusätzliche Wohnplätze entstehen. Die Möllner Straße wird komplett aufgegeben.

Zwischen Max-Planck- und Max-von-Laue-Straße will das Studentenwerk Rostock durch Neubauten 100 Wohnheimplätze schaffen. Das Grundstück mit fünf bestehenden Fünfgeschossern darauf gehört ihm bereits. „Wir haben einen dringlichen Bedarf“, sagt Geschäftsführer Kai Hörig. Derzeit betrage die Versorgungsquote der Rostocker Studenten durch das Werk zehn Prozent, Ziel seien aber 15 Prozent.

„In Rostock liegt der Wohnungsleerstand unter einem Prozent, um so wichtiger werden wir natürlich“, sagt Hörig. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch die Aufgabe des Standorts Möllner Straße mit 224 Plätzen. Das Land als Eigentümer und das Studentenwerk lassen den Nutzungsvertrag zum 30. September auslaufen. Alternative sei eine aufwändige Sanierung, so Hörig. Dagegen spreche allerdings die Entfernung zu den Campussen Ulmenstraße und Südstadt, in die Universität und Land kräftig investieren. Dort ziehe es die Studenten hin. „Wo die Uni ist, müssen wir auch sein“, sagt der Geschäftsführer.

Der Standort Max-Planck-Straße sei daher ideal. Mit der Stadt laufen diesbezügliche Gespräche bereits seit Längerem. Sie hat den Bebauungsplan Studieren und Wohnen beim Pulverturm aufgestellt, der allerdings heftig umstritten ist – er schließt die Kleingartenanlage An’n schewen Barg mit ein, deren Bestand die Verwaltung zuvor immer zugesichert hatte. Anwohner befürchten zudem Belastungen durch weitere Studenten. Schon mit den bestehenden Bewohnern „hatten wir immer massive Probleme“, kritisierte beispielsweise Christiane Müller im Februar im Ortsbeirat Südstadt.

Korinna Hahn, Leiterin der Abteilung Wohnen im Studentenwerk, bestätigt: „Dort gibt es ungefähr zwei Vorfälle pro Jahr.“ Die Beschwerden würden sich auf Grillfeste, abendliches Versteckspiel oder Sperrmüll beziehen, den allerdings die Kleingärtner von nebenan dort entsorgt hätten. Für die angestrebten Neubauten winkt dem Studentenwerk viel Geld vom Bund. „Wir haben die Chance auf eine Million Euro“, sagt Hörig. Dafür allerdings müsse bis Ende Juni Baurecht geschaffen und das Projekt eingereicht werden. Dann könnte das Studentenwerk vom insgesamt 120 Millionen Euro schweren Förderprogramm Variowohnungen profitieren. Mit diesem unterstützt das Bundesbauministerium Wohnungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Studenten, Auszubildenden und Rentnern zugeschnitten sind.

„Wir rechnen mit 60 000 Euro Baukosten pro Platz“, sagt Hörig. Ohne Fördermittel sei das nicht zu stemmen. Eigenes Geld werde für die Instandhaltung benötigt und andere Finanzierungsmodelle scheitern in der Regel an der Zielmiete. Denn die orientiert sich am Wohnraumzuschuss, der im Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) festgeschrieben ist. „Aktuell sind das 224 Euro, ab dem 1. August 250 Euro“, sagt Hörig.

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