zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

10. Dezember 2016 | 02:09 Uhr

Wohnungsnot in Rostock : Studenten sitzen auf der Straße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

60 Erstsemester suchen noch immer eine feste Bleibe. Zwei neue Heime geplant.

Weil sie in Rostock keine Wohnung gefunden haben, mussten einige Studenten sogar nach Wismar ziehen und von dort täglich zur Uni pendeln. Noch schlechter geht es rund 60 Kommilitonen von ihnen: Sie stehen gut sechs Wochen nach Semesterstart noch immer ohne angemessene Unterkunft da. „Uns fehlen in der Hansestadt Rostock 650 Wohnheimplätze“, sagt der Geschäftsführer des Studentenwerkes, Kai Hörig.

Zwei neue Wohnheime in der Max-Planck-Straße und in der Ulmenstraße sollen die Situation wenigstens etwas entschärfen. So können 170 zusätzliche Plätze entstehen. Aber „dazu brauchen wir die Unterstützung des Landes und der Stadt“, so Hörig. Um die aktuelle Versorgungsquote von zehn Prozent der Rostocker Studenten auf die Zielmarke 15 Prozent zu erhöhen, seien Investitionen von rund 40 Millionen Euro erforderlich. Die Aufgabe des Studentenwerkes verstehe Hörig so, Wohnraum zu einer sozialverträglichen Miete zur Verfügung zu stellen. Im aktuellen Bafög sind 250 Euro Wohngeldzuschuss festgelegt. „Wollen wir diese Miete erreichen, brauchen wir mindestens 50 Prozent der Investitionskosten als Zuschuss“, sagt Hörig.

Eine solche Zusage gibt es von Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne) vorerst allerdings nicht. Er sagt: „Statt Wohnungsneubau sollte auch über effektive Nutzung des vorhandenen Wohnraums nachgedacht werden.“ In Zusammenarbeit mit Wohnungsgesellschaften könnten ältere alleinstehende Menschen sich mit studentischen Untermietern anfreunden, so seine Vision. „Die älteren Menschen könnten ihre größere Wohnung halten, haben Hilfe und Gesellschaft und ein wenig mehr Geld und die jungen Menschen haben eine Unterkunft“, sagt Matthäus.

Besonders unter der Wohnungsnot leiden ausländische Studenten. Sie haben es aufgrund der Sprachbarriere und von Privatanbietern geforderter Bürgschaften besonders schwer auf dem Markt. Und „die meisten haben weniger Geld zur Verfügung“, sagt Hörig. Das weiß auch Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck. „Die ausländischen Studenten brauchen unsere besondere Unterstützung, da sie weniger vernetzt sind“, betont er. Dazu müssten wie bisher Studentenwerk, Stadt und Wiro weiter partnerschaftlich zusammenwirken. „So erfreulich es ist, dass die Stadt wächst, wir brauchen für die Studenten bezahlbaren Wohnraum“, fordert Schareck. Derzeit würden Hochschulleitung, Allgemeiner Studentenausschuss (Asta), Studentenwerk und Auslandsamt Notlösungen suchen.

Die Wiro habe vier Wohnungen für acht Studenten angeboten, sagt Hörig. „Die Nachfrage dafür ist aber sehr gering.“ Das könne daran liegen, dass der Wohnraum nicht möbliert sei und die übliche geforderte Bonitätsprüfung insbesondere für die ausländischen Studenten eine Hürde darstelle, so Hörig. Wiro-Sprecher Carsten Klehn erklärt: „Unsere Wohnungen sind das ganze Jahr über gefragt.“ Aber vor dem Beginn eines Semesters steige die Nachfrage noch einmal spürbar an. „Mehrere Hundert Anfragen sind üblich“, sagt Klehn. „Aber wir sind gut trainiert. Eine Herausforderung ist allerdings der derzeit geringe Leerstand im Wiro-Bestand. Er liegt unter 1,2 Prozent.“

Sein Tipp: Wohnungssuchende sollten sich an die Mitarbeiter im Kundencenter Vermietung in der Langen Straße wenden. „Mit unseren Aktionen und Angeboten bieten wir jungen Leuten kostengünstigen Wohnraum“, so Klehn.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen