zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2016 | 07:10 Uhr

Rostock : Streit um Jägerbäk-Bebauung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bauherr strebt Umnutzung nur für Wohnzwecke an. Zwei Fraktionen wollen Bestimmungen dafür ändern.

Wird an der Jägerbäk für den Wunsch eines Bauherren der Bebauungsplan geändert oder nicht? Mit dieser Frage muss sich am 12. Oktober die Bürgerschaft beschäftigen. Einen Antrag darauf haben die Fraktionen Die Linken und Rostocker Bund/Graue/ Aufbruch 09 gestellt. Die Verwaltung hält dagegen und auch die Ausschüsse tun sich äußerst schwer mit der Frage.

An der Jägerbäk, genauer im Krischanweg 19, will Ulrich Dombrowski Wohnungen bauen – seit Jahren. „Teilweise gibt es aber Festlegungen im B-Plan, die eine Nutzung als Mischgebiet vorsehen, die bis heute nicht umzusetzen waren. Versuche, ein Bauvorhaben zu entwickeln, welches diese Problematik löst, scheitern seit mehr als zwei Jahren“, heißt es im gemeinsamen Antrag der Vorsitzenden Eva-Maria Kröger und Sybille Bachmann. Auch wegen der angespannten Wohnungsmarktsituation fordern sie, dass die Fläche als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen wird.

Die Verwaltung sieht das ein wenig anders: Für diese Fläche sei bewusst ein Mischgebiet festgelegt. Auch wenn Mischgebiete schwierig sein und tendenziell zurückgehen sollen, könnten diese aber vorteilhaft als „Übergangszone zwischen Wohn- und Gewerbegebieten“ fungieren, als Puffer, so Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Die Fläche im Krischanweg liegt dicht bei einem Berufsschul-Parkplatz.

„Der Investor hat über ein Jahr lang in den Seilen gehangen“, moniert Helge Bothur (Linke), Mitglied im Bauausschuss, „das kann nicht sein“. Er spricht von Stillstand und unterstützt den Antrag. Renee Schäfer, Abteilungsleiterin für Bauordnung beim Bauamt, insistiert. Das sei nicht der Stadt anzulasten. „Dem Investor war sehr wohl bewusst, dass er in einem Mischgebiet baut.“ Es sei klar gewesen, dass die erste und zweite Etage gewerblich genutzt werden müssen. Betreutes Wohnen war Dombrowski nicht als Gewerbeform anerkannt worden. Auch das sei, anders als Bothur meint, vorher bekannt gewesen. In einem Änderungsantrag wollen Bachmann und Kröger darauf zurückkommen: „Alternativ soll das Verhältnis der Nutzungsarten Wohnen und Gewerbe mit 80:20 festgelegt werden.“ Dabei soll betreutes Wohnen als Gewerbe anerkannt werden. „Ich denke, das wäre rechtswidrig“, sagt Ausschussvorsitzender Frank Giesen (CDU). Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Ralph Müller, gibt ihm recht. Die prozentuale Schmerzgrenze sei zwar nicht genau definiert, bewege sich „aber sicher nicht bei 80“. Das vorangehende Argument von Linke und Rostocker Bund, dass es nicht gelungen sei, (anderes) Gewerbe anzusiedeln, greife nicht, befindet Müller. „Rostock Business hat sich mehrfach in Kooperation mit dem Investor bemüht, zu helfen.“ Es sei am Investor gescheitert. „Mir ist das zu spekulativ“, so Bauausschuss-Mitglied Anke Knitter (SPD). Das spiegelt sich in der Abstimmung wider. Der Änderungsantrag fiel mit vier Ja-, fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung durch. Der Hauptantrag wurde mit drei Zu-, vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen zurückgewiesen. Andere Ausschüsse und auch die Bürgerschaft hatten das Thema seit April immer wieder vertagt.


zur Startseite

von
erstellt am 05.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen