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Norddeutsche Neueste Nachrichten

10. Dezember 2016 | 13:48 Uhr

Rostock : Straßenmusiker fürchten die Ruhe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Künstler fordern Rücknahme neuer Auftrittsregeln von der Stadt und rufen Einwohner zum Protest auf

Wenn Sebastian Jakobiak anfängt, auf seiner Gitarre zu spielen und dazu seine Stimme im Stile eines Popstars Alex Clare erhebt, sammelt sich schnell eine kleine Menschentraube um ihn. Eigentlich ist der 25-Jährige extra aus Polen angereist, um während des Weihnachtsmarktes in der Kröpeliner Straße aufzutreten. Doch jetzt ist alles anders. Aufgrund einer Ende Oktober in Kraft getretenen Allgemeinverfügung der Stadt darf er nur noch unter strengen Auflagen spielen. Wie ihm geht es allen Musikern und Künstlern auf den Straßen in Rostocks City und in Warnemünde.

Um gegen die neuen, von der Stadtverwaltung im Alleingang erlassenen Vorschriften zu protestieren, hat die Initiative für Straßenmusik gestern eine Mitmach-Kundgebung in der Langen Straße veranstaltet. Ihre Mitglieder fordern die Rücknahme der Allgemeinverfügung und Mitspracherecht bei einer Neuregelung. Und sie sind sauer. So wie Marc French: „Es ist traurig, dass die Stadt so etwas ohne Rücksprache mit den Betroffenen beschließt“, sagt der Schlagzeuger und Sänger der Band Terrifying! High Clouds. Und weiter: „Um so wichtiger ist die Bewegung von unten heraus.“

Nach Beschwerden von Geschäftsleuten und Anwohnern über eine Musikgruppe in der Kröpeliner Straße hatte die CDU im Sommer einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. Doch mit seiner Allgemeinverfügung kam Ordnungssenator Chris Müller (SPD) einem Beschluss dort zuvor. Seitdem ist Straßenmusik streng reglementiert. Die zulässige Musikerzahl wird auf vier begrenzt, die Uhrzeit stark eingeschränkt und Instrumente wie Trommeln, Klaviere, Saxofone und Trompeten verboten. Bei Verstößen droht ein Bußgeld.

Müller begründet die Neuregelung mit der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die zweifelt Steffen Wiechmann von der Initiative an. Er sagt: „Wir fordern alle Rostocker auf, von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch zu machen.“ Dazu reiche ein Brief ans Stadtamt. Auf diese Weise soll das Innenministerium als Aufsichtsbehörde veranlasst werden, die Begründung der Verfügung zu überprüfen und sie dann wieder abzuschaffen.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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