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Stadtteilserie Rostock

31. August 2016 | 08:15 Uhr

Gehlsdorf : Ein Paradies für Wassersportler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Prädestinierte Lage an der Warnow macht Gehlsdorf nicht nur zur begehrten Wohnlage. Auch Schiffbau und Sport sind vertreten

Die Mitglieder vom Rostocker Yachtclub zählen bereits die Tage. Zwar können die Gehlsdorfer Segler fast das ganze Jahr über auf die Warnow, aber der eigentliche Saisonbeginn wird mit dem Kranen/Abslippen am 9. April und dem Ansegeln am 30. April begangen.

In diesem Jahr blickt der Verein mit dem schönen Clubhaus am Warnowufer auf sein 111-jähriges Bestehen zurück. Die Geschichte ist geprägt von mehreren Brüchen durch zwei große Kriege und wechselnde politische Systeme. Was als Konstante bleibt, ist die Faszination am Segelsport.

„Heute haben wir zirka 260 Mitglieder von jung bis alt und mehr als 100 Wasserliegeplätze“, sagt Serge von Weber. Der 61-Jährige steht noch nicht ganz ein Jahr an der Spitze des Vereinsvorstandes und hat das Segeln einst beim benachbarten Mecklenburgischen Yachtclub gelernt. „Damals war unser Verein unter der Schirmherrschaft des SC Empor den Leistungssportlern vorbehalten und eine echte Kaderschmiede“, so von Weber.

Und das mit großem Erfolg, denn in der Vereinschronik sind zahlreiche sportliche Erfolge bei Olympischen Spielen, Welt-, Europa- und nationalen Meisterschaften verzeichnet. Heute sorgt Tim Dau zusammen mit anderen Ehrenamtlichen als Jugendobmann für die Nachwuchsarbeit. „Segeln hat immer den Ruf, ein teurer Sport zu sein, aber das stimmt nicht“, so der 32-Jährige. Natürlich könnte man für ein eigenes Boot und den Sport auch tief in die Tasche greifen. Aber der Yachtclub bietet auch vereinseigene Jollen an, auf denen jeder das Segeln erlernen kann.

Nicht nur der Verein, auch das Clubhaus am Warnowufer hat wechselvolle Zeiten erlebt. Erst 1919 waren die Segler vom Rostocker Yachtclub vom Gründungsort im Christinenhafen nach Gehlsdorf umgezogen und hatten dort die ehemalige Huth’sche Badeanstalt für sich erworben. Ein Jahr später beschloss der Vorstand den Neubau eines prächtigen Vereinshauses, das in den 1930er-Jahren als Lehrlingswohnheim für die Neptun-Werft und später als Kinderheim genutzt wurde.

„Was heute neben dem Haus noch aus alten Zeiten stammt, ist unsere Slip-Anlage“, sagt von Weber. Die würde in Ehren gehalten, auch wenn das jährliche Ab- und Aufslippen natürlich mittlerweile durch das Kranen fast ersetzt wurde.

Der Verein – einer von fünf Segelclubs am Gehlsdorfer Ufer – geht nicht nur mit der Zeit, sondern will sich natürlich auch für die nächsten 111 Jahre gut aufgestellt wissen. „Und da muss dringend etwas gegen das Problem der Verlandung getan werden“, so der Vorstandsvorsitzende. An der gesamten Gehlsdorfer Uferseite würden die Schlammmassen dafür sorgen, dass keine tiefergehenden Schiffe anlegen könnten. „Alle davon betroffenen Vereine würden sich wünschen, dass die Stadt da mal ihre gegebenen Versprechen einlöst und etwas tut“, so der hauptberufliche IT-Dienstleister.

Von Weber wohnt zwar nicht in Gehlsdorf, ist dem Ortsteil aber nicht nur durch den Sport verbunden. „Meine Frau und ich haben hier 1981 unsere Hochzeit gefeiert“, sagt er. Was Gehlsdorf so besonders machen würde, wäre nicht nur die prädestinierte Lage und die zumeist sehr gut ins Ortsbild passende Bebauung. „Wunderbar ist auch der Radweg entlang der Warnow mit dem fantastischen Blick auf die Silhouette von Rostock.“ Aufmerksam beobachten die Segler deshalb die Pläne der Stadt zum Uferbebauungskonzept, das besagt, den Gehlsdorfer Uferweg direkt ans Wasser zu verlagern.

Was der Rostocker Yachtclub selbst auf der Agenda hat, ist nicht nur die grundhafte Erneuerung des Hauptsteges. „Wir planen auch den Bau einer neuen Bootshalle“, sagt Tim Dau. Auf dem Gelände am Gehsldorfer Warnow-Ufer ist also immer etwas los – und das nicht nur in der Hauptsaison der Segler.

Das Fazit:

 

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