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Norddeutsche Neueste Nachrichten

06. Dezember 2016 | 03:36 Uhr

Wasser-Deal in Rostock : Stadt plant Kooperation

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Partner-Modell mit Eurawasser soll 12 Millionen bringen. Parteien warnen.

Nachdem Eurawasser Nord die Beschwerde-Klage gegen die Vergabe der Wasserversorgung ab 2018 an das neue kommunale Unternehmen Nordwasser zurückgezogen hat, macht Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) deutlich, welche Pläne die Verwaltung jetzt verfolgt: „Es geht nicht um die Rückabwicklung der Rekommunalisierung und auch eine Gebührensenkung für die Wasser- und Abwasserkunden bleibt das erklärte Ziel.“

Scheinbar strebt Methling eine weitere Kooperation mit dem privaten Konzern Eurawasser unter der Hand des Mutterunternehmens Remondis an. Ein so genanntes Public-Private-Partnership-Modell (PPP), durch das um die zwölf Millionen Euro in die Haushaltskasse der Stadt fließen sollen. Die vollständige Rekommunalisierung der Versorgung der Hansestadt und 29 Umlandgemeinden sowie auch die Gebührensenkung um zehn Prozent scheinen damit zunächst vom Tisch.

Zwar wird die Stadttochter Nordwasser zum 1. Juli 2018 die Ver- und Entsorgung bis 2038 übernehmen – den Zusatzertrag will die Verwaltung dann aber nicht in Sanierungen oder Gebührensenkungen, sondern in die Tilgung der Schulden stecken.

Die kommunalen Vertreter der Parteien reagieren prompt: „Die Wasserversorgung der Menschen in der Region Rostock gehört in die öffentliche Hand. Wasser ist ein wichtiges Lebensmittel und keine Zockerware“, sagt Julian Barlen, Kreisvorsitzender der Rostocker SPD. „Wir wollen die Rekommunalisierung der Versorgung erreichen – alles andere steht nicht zur Disposition“, unterstreicht Uwe Flachsmeyer, Vorsitzender der Grünen-Fraktion der Bürgerschaft.

Beschwichtungsversuche der Verwaltung: „In Verantwortung für die uns anvertrauten Steuergelder werden wir intensiv prüfen, ob sich für uns durch die nun festzustellende Kooperationsbereitschaft des Unternehmens neue Chancen ergeben“, so Methling. Über das angedachte Modell und weitere Schritte wird die Bürgerschaft entscheiden.

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