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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Juli 2016 | 18:59 Uhr

Krawalle nach dem Hansa-Spiel : Spur der Verwüstung in Rostock

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Krawalle nach dem Hansa-Spiel: Randalierer legen Feuer in der Hans-Sachs-Allee und greifen Polizeiwache an / 67 Festnahmen

Brennende Mülltonnen, Pflastersteine gegen Polizisten: Nach der Hansa-Niederlage gegen Dynamo Dresden ist es am Sonnabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Teilweise vermummte Randalierer hinterließen in der Nähe des Stadions eine Spur der Verwüstung. Daran beteiligt waren mehrere Hundert Störer, die laut Polizei dem Fan-Spektrum des FC Hansa zuzurechnen sind. Insgesamt gab es 67 vorläufige Festnahmen.

Höhepunkt der Gewalt: Eine Stunde nach dem Abpfiff griffen 70 Hooligans die gerade sanierte und teilweise neu gebaute Polizeiwache in der Ulmenstraße an. Sie bewaffneten sich mit Schottersteinen aus dem Gleisbett der S-Bahn, mit Ziegeln und zerbrochenen Gehwegplatten. 19 Fensterscheiben gingen zu Bruch, Teile der Fassade wurden beschädigt. Den Sachschaden schätzte die Polizei in einer ersten Zwischenbilanz gestern Morgen auf rund 40 000 Euro.


Vereinsführung ist ernüchtert


Jetzt laufen Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs, Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und gefährlicher Körperverletzung, denn 13 Polizisten wurden überwiegend durch Steinwürfe verletzt. Schon vor dem Angriff auf die Polizeiwache waren mehrere Hundert Personen vom Stadion durch die Hans-Sachs-Allee Richtung Holbeinplatz gezogen. Auch dort flogen Steine, gingen Mülltonnen und Sperrmüllhaufen in Flammen auf. Später am Abend ein weiterer Zwischenfall am Doberaner Platz: Drei Männer zündeten Pyrotechnik an einer Bäckerei, sorgten für einen Schaden von 1000 Euro an einem Schaufenster.

Der Rostocker Polizeichef Michael Ebert sagt: „Das sind keine Fußballfans, sondern Straftäter.“ Auch die Verantwortlichen des FC Hansa Rostock ziehen eine ernüchternde Bilanz, sprachen von hässlichen Szenen, die dem Fußball insgesamt schadeten. „Personen, die auf andere mit Steinen werfen, haben in der Hansa-Familie keinen Platz“, so Rainer Friedrich, Vorstand für Stadion-Management und Prävention beim Club. Dennoch müssten die Vorkommnisse im Anschluss der Partie vom Geschehen im Stadion getrennt werden, so Friedrich. Dort war es in den Reihen der Hansa-Anhänger ruhig geblieben – auch nachdem in der 56. Spielminute im Dynamo-Block Böller explodierten, Bengalos brannten und Leuchtraketen auf das Spielfeld und die Südtribüne abgefeuert wurden. „Ich möchte mich bei unseren Fans für ihre verhältnismäßig besonnene Reaktion in diesem Moment bedanken“, sagt Hansa-Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann. „Auch das restliche Publikum im Stadion hat klar zum Ausdruck gebracht, was es von derlei Gebaren hält. Wenn gezielt mit Leuchtspurmunition geschossen wird, ist die Grenze zu einer gesunden Fan-Kultur deutlich überschritten.“

Hansa, Dynamo und Sicherheitsbehörden hatten die Partie seit Monaten vorbereitet. Die Polizei setzte darauf, beide Fan-Lager strikt voneinander zu trennen. Mehrere Hundertschaften sperrten am Morgen Bereiche am Hauptbahnhof ab. So blieb es bei der Anreise der Dynamo-Fans noch ruhig. Die gleiche Strategie am Stadion, wo die Dynamo-Anhänger zum Teil mit Sonderbussen ankamen. Es waren Sprengstoffhunde im Einsatz, es gab intensive Kontrollen – dennoch brannte später der Gästeblock.

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erstellt am 30.Nov.2014 | 21:00 Uhr

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