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Norddeutsche Neueste Nachrichten

05. Dezember 2016 | 09:28 Uhr

Rostock : Sperrbezirk wegen Vogelgrippe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Infizierte Silbermöwe gefunden. Hunde- und Katzenhalter ebenfalls betroffen

Nach dem Fund einer mit dem Geflügelpest-Virus H5N8 infizierten toten Silbermöwe in Groß Klein hat die Hansestadt einen Drei-Kilometer-Sperrbezirk um den Fundort eingerichtet. Innerhalb eines Radius von zehn Kilometern besteht zudem ein Beobachtungsgebiet. „Aus dem Sperrbezirk darf nichts raus“, sagt Amtstierärztin Heike Neumann. Das gelte für das Geflügel der rund 70 privaten Hobbyzüchter im Gebiet, für dessen Fleisch, Dung und Federn. Außerdem herrscht Aufstallpflicht und greifen spezielle Hygienevorschriften.

Hunde und Katzen dürfen in dem Bezirk ebenfalls nicht frei herumlaufen. Sie könnten das Virus in die Ställe einschleppen, indem sie infizierte Wildvögel fangen oder an deren Kadavern schnüffeln, erklärt Neumann. Bisher sei der Influenzavirus zwar nur bei der Möwe nachgewiesen worden, aber weitere Tiere würden derzeit noch untersucht. „Seit Freitag gab es acht Totfunde“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). „Wir rechnen damit, dass die ganze Stadt zum Sperrgebiet werden könnte.“

Der Rostocker Zoo hat seine Tiere bereits vorsorglich in Sicherheit gebracht. „Die meisten unserer 441 Vögel sind aktuell aufgestallt“, sagt Kuratorin Antje Zimmermann. Im vergangenen Jahr mussten 60 Tiere aufgrund des noch gefährlicheren H5N1-Virus eingeschläfert werden, darunter Ibisse, Störche und Kraniche. „Damals hat uns der Virus überrascht, jetzt sind wir aber vorbereitet“, so Zimmermann. In den Eingangsbereichen seien Desinfektionsmatten ausgelegt und die Pfleger mit Schutzkleidung ausgestattet worden. Der Landkreis hat ebenfalls reagiert und neun Gemeinden rund um die Hansestadt zum Beobachtungsgebiet erklärt.

Übertragungen auf Menschen sind beim H5N8-Virus bisher nicht nachgewiesen. „Aber wir können die Möglichkeit nie ganz ausschließen“, sagt Amtstierärztin Neumann. Der Genuss der Weihnachtsgans sei allerdings gefahrlos. Ziel der teils radikalen Maßnahmen wie in Schleswig-Holstein, wo 30 000 Hühner gekeult wurden, sei es, die verbliebenen Nutztiere vor einer weiteren Ausbreitung zu schützen. Dazu wird nun einmal wöchentlich der Warnow-Schilfgürtel nach toten Vögeln abgesucht, erklärt Senator Müller. Er ruft Bürger auf, tote Tiere bei der Feuerwehr zu melden. Seite 15

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erstellt am 14.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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