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Norddeutsche Neueste Nachrichten

07. Dezember 2016 | 11:31 Uhr

Kunst in Rostock : Societät erbt maritime Wandmalerei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Tochter der DDR-Künstlerin Mechthild Hempel übergibt dem Verein „Die Entwicklung der Nautik“

Ein maritimer Schatz mecklenburgischer DDR-Kunst hat den Weg in die Hansestadt gefunden: „Die Entwicklung der Nautik“ der Greifswalder Malerin und Grafikerin Mechthild Hempel hängt seit Kurzem im Atrium der Societät Rostock maritim – dauerhaft.

Lange und intensiv hatte Hempels Tochter und Nachlassverwalterin Claudia Lange nach einem geeigneten Ausstellungsraum für das um 1968/69 entstandene Werk ihrer Mutter gesucht. „Zuerst in Greifswald und Stralsund, aber dort waren nicht die richtigen Flächen in der Größe vorhanden“, sagt Lange. Dann sei sie auf Jochen Pfeiffer und die Societät Rostock gestoßen, in deren maritimen Ambiente die sieben mal zwei Meter große Malerei ausreichend Platz gefunden habe, so Lange.

Das Besondere: Von 1969 bis kurz nach der Wende zierte das nautische Kunstwerk die Lehrlingshalle des VEB Nachrichtenelektronik Greifswald (NEG), wo es täglich um die 600 Lehrlinge zu sehen bekamen. „Es war eine von vier gleich großen Wandmalereien, die die Flure der Ausbildungsstätte zierten“, weiß der emeritierte Greifswalder Professor für Kunstgeschichte Bernfried Lichtnau. Danach wurde es lange im Depot des Wolgaster Museums eingelagert, denn nach der Wende habe man vor der Wahl gestanden, die Gemälde an die Nachkommen zu geben oder zu entsorgen, so der Kunsthistoriker.

Neben der Wandmalerei von Mechthild Hempel hatten in dem DDR-Lehrbetrieb Leinwände von Matthias Wegehaupt, Oskar Manigk und dem Rostocker Maler Heinz Wodzicka gehangen – ebenfalls lange eingelagert. Auch diese Auftragswerke mit einem Versicherungswert um 20 000 Euro will Societäts-Leiter Jochen Pfeiffer noch nach Rostock holen, auch wenn nicht klar ist, wie lange der Verein noch im ehemaligen Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Straße bleiben kann. Dort soll ab 2018 das künftige Archäologische Landesmuseum einziehen. Doch Pfeiffer hat einen Plan: „Ich bin ja ein Visionär, sehe schon vor mir, wie die Bilder dann die Emporen der Halle 207 zieren werden“, sagt der Vereinschef. Das ehemalige Gebäude der Neptun-Werft ist schon seit Jahren im Besitz des Fördervereins Tradition Ostseeschifffahrt. „Aber eins steht fest: Bis 2018 bleiben wir auf jeden Fall hier drin“, unterstreicht Jochen Pfeiffer.

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