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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 04:52 Uhr

Warnemünde : „Skythia“ entgeht Katastrophe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bekannter Traditionssegler läuft bei Yachthafeneinfahrt in Hohe Düne auf Grund. Alle sechs Crewmitglieder bleiben unverletzt.

Die See ist ruhig und der Himmel ist von feinen Wolken marmoriert. Ruhig liegt die 36 Meter lange „Skythia“ an einem Steg des Yachthafens in Hohe Düne. Dass der Traditionssegler am Mittwochabend einem großen Unglück nur knapp entgangen ist, davon ist am nächsten Tag schon nicht mehr viel zu sehen.

Wie die Wasserschutzpolizeiinspektion mitteilt, kam es im Bereich der Hafenzufahrt zum Yachthafen Hohe Düne zu einem Schiffsunfall. Der den Rostockern von der Hanse Sail bekannte Traditionssegler „Skythia“ wurde durch den Nordwestwind mit Stärken von acht bis neun Beaufort auf die steinerne Hafenschutzeinrichtung gedrückt. Dabei lief der aus Wismar kommende Zweimaster auf Grund und schlug leck. Trotz des Unfalls blieb die sechsköpfige Besatzung unverletzt.

„Der Seenotalarm ging 17.46 Uhr bei uns ein“, bestätigt Antke Reemts, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Unfall.

„Arkona“ eilt Zweimaster zu Hilfe

Der in Warnemünde stationierte Seenotkreuzer „Arkona“ eilte der in Seenot geratenen „Skythia“ umgehend zu Hilfe. „Zum Glück konnte der Segler aber aus eigener Kraft freikommen“, fügt sie an. Die Warnemünder Seenotretter begleiteten den unter deutscher Flagge fahrenden Segler anschließend sicher in den Yachthafen.

Die Grundberührung an der Hafeneinfahrt blieb für die sechsköpfige Crew nicht folgenlos. Wasser drang unentwegt in den Rumpf des Schiffes ein. Nur mithilfe von Pumpen konnten die Seenotretter dafür Sorge tragen, dass sich der Traditionssegler über Wasser hielt, heißt es vonseiten der Wasserschulpolizei. Um den Untergang vorerst entgegenzuwirken, schlossen die Helfer das Loch provisorisch. „Mit Stopfen aus weichem Holz, die sich schnell und leicht zu Keilen schnitzen lassen, haben die Seenotretter das Loch binnen einer Stunde gestopft“, erklärt Sprecherin Reemts.

An eine Weiterfahrt ist für die Crew vorerst nicht zu denken. Die Beamten der Wasserschutzpolizeiinspektion haben dem Segler die Weiterfahrt untersagt – in Absprache mit der zuständigen Dienststelle Schiffssicherheit der Berufsgenossenschaft Verkehr. Die Polizei hat die Ermittlung zur Unfallursache aufgenommen. Warum der Segler auf Grund lief, ist bisher unklar. DGzRS-Sprecherin Reems gibt allerdings zu bedenken, dass die Einfahrt in einen Hafen bei Dunkelheit auch für erfahrene Segler eine extreme Herausforderung darstelle. „Dann ist für Freizeitsportler besondere Vorsicht geboten“, fügt sie an.

Hintergrund: „Skythia“

Im Jahr 2005 ist die „Skythia“ von einem bulgarischen Bootsbauern in der kleinen Hafenstadt Varna am Schwarzen Meer gebaut worden. Dort sollte sie als Privatyacht des örtlichen Werfteigners vor der bulgarischen Küste auf- und abkreuzen. Nur zwei Jahre später jedoch kaufte ein segelbegeisterter Hotelier aus Österreich das Schiff, nachdem er es bei einer mehrwöchigen Tour nach Rostock gesehen hatte.

Technische Daten:

  • Länge gesamt: 36 Meter
  • Länge über Deck: 24 Meter
  • Breite: 5,70 Meter
  • Tiefgang: 2,70 Meter
  • Maschine: Yanmar, 350 PS
  • Geschwindigkeit: 8 bis 11 Knoten
  • Rumpf: aus Stahl
  • Kojen: 12
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