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Norddeutsche Neueste Nachrichten

28. August 2016 | 22:45 Uhr

Markgrafenheide : Sie leben seit ihrer Kindheit im Ort

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Edda und Detlef Schultz haben schon die Schulbank zusammen gedrückt. Später wurden sie ein Paar und sie sind exzellente Kenner von Markgrafenheide

Sie haben schon von der ersten Klasse an gemeinsam die Schulbank der ehemaligen Werner-Seelenbinder-Schule gedrückt. Als Jugendliche verloren sie sich etwas aus den Augen, aber nur wenig später kam Liebe ins Spiel. Edda und Detlef Schultz aus Markgrafenheide wurden ein Ehepaar, Eltern der Söhne Robert und Henry und Großeltern. Beide haben eigentlich nie daran gedacht, ihren geliebten Heideort zu verlassen. Die frühere Säuglings- und Kinderkrankenschwester und der pensionierte Elektromonteur leben in der Albin-Köbis-Straße im größten Wohnblock. „Das Haus war früher das Lazarett“, berichtet Detlef Schultz. Er hat hier schon mit seinen Eltern gewohnt, aus der Zeit stammt auch der Garten hinter dem Haus, der jetzt zur Anlage „Erlengrund“ zählt. Edda wuchs in der Waldsiedlung bei den Eltern auf, wo heute ihr Bruder Roland lebt. „Das war alles schön“, blickt Edda Schultz zurück. „Die Gartenanlagen, der Konsumwald hinter dem heutigen Heidekonsum, das war alles unser“, erzählen Schultzens strahlend.

Nach der Kindheit gingen die beiden zunächst getrennte Wege, trafen sich aber bald wieder. „Du, der Schultz fährt hier schon wieder mit dem Fahrrad lang, geh doch mal raus, hat meine Mutter dann gesagt“, erinnert sich Edda. Die beiden verbrachten ihre Freizeit wie viele andere Markgrafenheider im Haus der Jugend. Heute ist die ehemalige Sporthalle zwar verkauft, dümpelt aber vor sich hin.

Im Haus der Jugend gab es alles: Tanz, Theater, Kino und Kultur. Das Lehrerpaar Uschi und Werner Steinke hielt hier die Fäden in der Hand, brachte Kultur in den Ort und prägte das Zusammenleben. Im Alltag war vieles sehr einfach und ohne Komfort. Ofenheizung, kleine Wohnungen für große Familien, das war Normalität. „1949 hatten wir noch nicht mal Strom“, erzählt Detlef Schultz. Die Bewohner behalfen sich mit Petroleumlampen. Nachbarn klopften an, wenn sie noch Licht beim anderen gesehen hatten. „Das waren wirklich gemütliche Abende an der Stehlampe, mein Vater und ich hatten uns oft in Bücher vertieft“, erinnert sich Edda. Damals gab es noch den Sportplatz gegenüber dem heutigen Hotel Godewind.

Das Ehepaar Schultz schwelgt in Erinnerungen und Bildern. Sie kennen noch die Zeit, als die Heide vor der Wende Sperrgebiet für die Armee war, als sich bei den heutigen Pilzbunkern er alte Schießplatz befand. Zu der Zeit war rechts hinter dem Ortseingang alles eingezäunt. „Da konnte man nicht mal mehr Blaubeeren sammeln“, sagt Edda Schultz.

Sie liebt die Heide so sehr, dass sie jeden Mittag mit ihrer Nachbarin Renate spazieren geht. Sie schnappt sich ihren Fotoapparat und geht raus. Die Schönheit der Heide fasziniert sie jeden Tag aufs Neue. „Dazu die klare Luft und die Ruhe“, sagt sie. Und das stetige leise Rauschen der See, das nur einmal verstummte, als die Ostsee zugefroren war. Markgrafenheide kann mit dem Pfund Natur wuchern. „Auch die Wanderungen mit Forstamtsleiter Jörg Harmuth und den Kollegen sind immer ganz toll“, schwärmt Edda Schultz. Sie hat noch keine ausgelassen.

Aber es gibt auch Dinge, bei denen Markgrafenheide gegenüber anderen Stadtteilen benachteiligt ist: „Es wäre schön, wenn es mehr kulturelle Angebote und beim Netto vielleicht wenigstens einen Geldautomaten gäbe“, sagt sie. Einen solchen gibt es nur im Sommer als temporäres Angebot der Sparkasse.

Ganz großartig findet das Paar den Awo-Treff von Petra Friedrich. Dort ist Edda Schultz im Ältestenrat und Mitglied bei den Awo-Singers unter Leitung von Christiane Barthel. Im Heidehaus geht sie noch zum Line-Dance.

Auch der Heidekonsum ist ein mit Engagement gemachtes Angebot, das die Schultzens für den Brötchenkauf nutzen. „Die waren für uns da, als wir keinen Netto hatten, das wollen wir auch nicht vergessen“, sagt Edda Schultz, die von der Qualität der Champions aus der Pilzproduktion schwärmt. Wie ihr Mann Detlef möchte auch Edda nicht aus Markgrafenheide wegziehen.

Das Fazit

 

 

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erstellt am 11.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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