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Norddeutsche Neueste Nachrichten

01. Juni 2016 | 01:44 Uhr

24h-Kita Rostock : Senator in der Kritik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Befürworter der 24-Stunden-Kita fordern Zusage von Steffen Bockhahn

Der Druck auf Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) wächst, seinen Widerstand gegen Rostocks erste 24-Stunden-Kita aufzugeben. „Die durch die Bürgerschaft auferlegte Prüffrist zur Umsetzung ist bereits am 31. Januar verstrichen“, sagt Steffen Wandschneider, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft. „Es kann nicht sein, dass Herr Bockhahn dieses weiterhin ignoriert.“ Die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) als potenzieller Betreiber warte noch immer auf die beauftragten Verhandlungen.

„Dass im Land eine Wahl ansteht, befreit einen von der Rostocker Bürgerschaft gewählten Senator nicht von seinen Dienstpflichten“, sagt Wandschneider. Konzept und Finanzierung habe die GGP längst nachgewiesen. „Die Einführung einer 24-Stunden-Kita als Pilotprojekt hat sich bereits in Schwerin als sinnvoll erwiesen. Warum dies in der größten Stadt des Landes nicht funktionieren sollte, bleibt ungeklärt“, so der Fraktionsvorsitzende.

Heftige Kritik kam zuletzt auch aus der Landesregierung. „Die Verweigerungshaltung des Sozialsenators ist für mich nicht nachvollziehbar“, so Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Er hofft durch die Rundumbetreuung vor allem auf Entlastung seiner Polizisten: „Jeder kennt die schwierige Situation von Eltern im Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst.“ Daher hätten sich Polizeipräsidium und -inspektion Rostock von Anfang an für das Pilotprojekt stark gemacht. Auch Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) sagt: „Die Stadt muss nur noch die Betriebserlaubnis erteilen.“ Dank des Bundesprogramms Kita plus zur Förderung der Kinderbetreuung über die gewöhnlichen Zeiten hinaus könne der Beitrag der Eltern deutlich gesenkt werden. Dass es großen Bedarf gebe, zeige das Beispiel Schwerin, wo bereits die dritte 24-Stunden-Kita in Planung ist.

Senator Bockhahn begründet seine Ablehnung unter anderem mit dem Wohl der Kinder. Ihnen schade es, wenn sie an sechs aufeinanderfolgenden Tagen jeweils bis zu 19,5 Stunden außerhalb der Familie verbringen müssten. „Diese Äußerung ist meiner Ansicht nach eine Beleidigung all jener Eltern, die verantwortungsvolle Berufe im Schichtdienst ausüben und denen indirekt vorgeworfen wird, sie wären Rabeneltern“, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Mucha.

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erstellt am 09.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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