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Norddeutsche Neueste Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:26 Uhr

Sanitz : Schüler verschönern Container

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Graffiti-Projekt mit Integrationshintergrund der Regionalen Schule an Gemeinde übergeben. Künstler unterstützt Jugendliche

Dass Graffitis eben nicht nur Schmierereien an Hauswänden sind, sondern auch echte Kunst, können die Sanitzer seit ein paar Wochen selbst entdecken. Zwölf Jugendliche der Klassen neun und zehn von der Regionalen Schule haben in einem Workshop zusammengearbeitet und zwei Seiten des tristen Containers an der John-Brinckman-Straße umgestaltet. Gestern wurde das fertige Werk an die Gemeinde übergeben. „Das ist wirklich ein gelungenes Projekt geworden, auch wenn es im Vorfeld umstritten war“, sagt Sabine Fink, stellvertretende Bürgermeisterin von Sanitz. Denn einige Gemeindevertreter hatten im Vorfeld Bedenken und befürchteten negative Folgewirkungen.

„Es war zwar ein langer Weg, aber das, was zählt, ist letztendlich das Ergebnis“, sagt Evelyn Lange, die froh ist, dann doch grünes Licht für ihr Projekt bekommen zu haben. Denn eigentlich sollte es bereits im Sommer starten. Die Kunstlehrerin an der Regionalen Schule hat den Workshop initiiert und dafür den Rostocker Graffiti-Künstler Alexander Kalfa gewinnen können. „Für das Projekt sind wir zu den Anfängen des Graffitos zurückgekehrt, als Züge mit Schriftzügen illegal besprüht wurden“, sagt der 30-Jährige, der neben Auftragsarbeiten auch Kurse und Workshops gibt. Und so ist an der Langseite zur Sporthalle hin ein farbenfrohes Zugabteil entstanden, auf dem die Worte Music, FCH und Risk gesprüht wurden. „Eben das, was den Kids wichtig ist“, so Kalfa.

Auch die Gestaltung der Fensterrollos lag komplett in den Händen der jungen Workshop-Teilnehmer, die alle stolz sind auf ihr fertiges Projekt. „Die drei Tage haben echt Spaß gemacht, weil wir mal eine andere Art des Zeichnens kennengelernt haben“, sagt Schülerin Sarah Vardanyan. „Auch wenn ich manchmal verzweifelt bin, weil ich immer mal wieder über den Rand gesprüht habe.“ Denn von Alexander Kalfa haben die Schülern die Grundlagen des Sprayens vermittelt bekommen. „Es hat mir sehr viele neue Erfahrungen gebracht. Besonders gut fand ich, dass wir mit einem Künstler gearbeitet haben“, blickt Philipp Peter aus der neunten Klasse zurück.

Unterstützt wurde das Projekt mit 1000 Euro vom Büro für Chancengleichheit des Landkreises Rostock. „Denn das Schöne an diesem Workshop war auch, dass hier Kinder und Jugendliche verschiedener Nationalitäten und über Sprachbarrieren hinweg zusammengearbeitet haben und dass unser Motto ,Schule mit Courage und ohne Rassismus’ mit Leben gefüllt wurde“, sagt Evelyn Lange, die das Projekt gerne weiterführen würde. „Es gibt ja noch zwei unbesprühte Seiten am Container sowie die Sporthalle“, so die Kunstlehrerin über weitere Möglichkeiten für die Schüler, kreativ zu werden.

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