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Norddeutsche Neueste Nachrichten

28. Mai 2016 | 09:58 Uhr

Rostock : Schüler tagen zu ethischen Fragen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Parlament mit Teilnehmern von fünf Gymnasien debattiert über Wissenschaft mit politischer Tragweite

Bands, Beziehungen, beste Freunde – wie viel mehr Rostocker Schüler eigentlich bewegt, haben 60 von ihnen gestern in einer parlamentarischen Debatte im Bürgerschaftssaal der Hansestadt unter Beweis gestellt. Sie haben zur Optimierung des Menschen, über Optionen durch die Analyse des Gehirns, zu gesunder Ernährung und deren Bedeutung, über synthetische Biologie oder die Stammzellentherapie debattiert. Das alles passierte auf Englisch – der Sprache der Welt, die durch eben diese Themen und die Gedanken der jungen Generation verändert wird.

Viele der 16- bis 19-Jährigen konnten sich freiwillig melden, andere gingen geschlossen als Klassen in das Experiment. „Wir wurden von unserem Englischlehrer als Kurs angemeldet“, sagt Jule Philipp vom Gymnasium Reutershagen. Nichts was sie als Bürde empfunden hat: „Es hat mir total viel gebracht.“ Die 16-Jährige erwägt, selbst in die Wissenschaft zu gehen und Chemie zu studieren. Sie arbeitete zu „Augmented Human: Optimising the Human“, dem vierten Thema, unterstützt vom Naturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Gerber. Die Schüler konnten sich je nach Themenvorliebe in fünf Gruppen zusammenfinden und diskutierten über drei Tage – an ihrer Seite je ein Experte und ein Moderator. Die Schüler kamen vom Innerstädtischen Gymnasium, vom Gymnasium Reutershagen, der Ecoleaschule, dem Erasmus- und dem Christophorus-Gymnasium.

„Ich bin beeindruckt von eurem Englisch, von eurem Hintergrundwissen. Es waren komplizierte, kontroverse Themen“, lobte Christin Becker aus Berlin von der Initiative Wissenschaft im Dialog. Die führt seit 2001 Schülerparlamente auf nationaler Ebene durch und hat in dem Verein Rostock denkt 365 Grad einen Partner gefunden, der das hiesige Parlament organisierte. Förderer waren Bosch- und Bayer-Stiftung. 2013 hat die Initiative das Konzept auf Europa ausgeweitet. Schülerparlamente finden in diesem Jahr auch in Athen, Barcelona, Jerusalem oder auch Belgrad statt. Vertreter der insgesamt 13 europäischen Städte treffen sich im Juli in Manchester. Darunter sind fünf Rostocker Schüler. Einer von ihnen ist Jonas Trappe von der Ecoleaschule. Der 18-Jährige aus Gruppe vier wurde von dieser dafür ausgewählt.

Das Parlament war ein Erfolg, befindet Michael Lüdtke. Er moderierte die Gruppe zu gesundem Leben. „Ich hatte meine Aufgabe so verstanden, ihnen zu helfen, ihre Ansichten auf den Punkt zu bringen und eine Rede zu formulieren. Aber das musste ich nicht mal, das konnten sie bereits.“ Die fünf Gruppen präsentierten im Parlament ihre Ergebnisse, formulierten Forderungen, wurden mit Gegenreden konfrontiert, verteidigten sich. Dann kam es zu Abstimmungen. Aus denen gingen Resolutionen hervor – und die wurden Prof. Wolfgang Schareck nicht als Uni-Rektor, sondern als Vorsitzendem des Landes-Kuratoriums Gesundheitswirtschaft übergeben.

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erstellt am 29.Jan.2016 | 12:00 Uhr

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