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Norddeutsche Neueste Nachrichten

27. Juli 2016 | 05:42 Uhr

Großer Fang : Rostocks Uni zieht Pottwal an Land

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Skelett eines gestrandeten Meeressäugers wird die Zoologische Sammlung bereichern und Einblicke in die Anatomie vermitteln

Großer Fang für das Zoologische Institut der Rostocker Uni: Der schleswig-holsteinische Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz wird einen der jüngst gestrandeten Pottwale an die Hochschule abgeben. „Die Zusage gibt es schon“, sagt Andreas Bick, der als Kustos am Institut tätig ist. Welcher Pottwal es am Ende nach Rostock schafft, sei allerdings noch offen – insgesamt strandeten im Wattenmeer vor Dithmarschen zehn Tiere. In der gesamten südlichen Nordsee waren es seit Anfang Januar sogar 28, davon allein 16 in Deutschland.

Das Skelett soll in der Zoologischen Sammlung ausgestellt werden, um den Aufbau der Meeressäuger zu verdeutlichen. Der unterscheide sich im Detail stark von Landsäugetieren wie Hunden oder Pferden, sagt Bick. So seien beispielsweise die Extremitäten stark reduziert und auch der Kiefer völlig anders aufgebaut. „Das zu demonstrieren, ist interessant“, so der Kustos.

Wo genau das 10 bis 14 Meter große Skelett platziert werden soll, ist noch unklar. Für die Suche haben die Rostocker allerdings auch noch viel Zeit. Nach der Bergung der Tiere mit schwerer Technik und ihrer Sektion am vergangenen Wochenende soll ein internationales Expertenteam nun zunächst die genaue Todesursache klären. Diese Aufgabe übernimmt die Tierärztliche Hochschule Hannover, mit der die Rostocker und das Meeresmuseum Stralsund eng zusammenarbeiten. Alle drei Einrichtungen haben sich jeweils ein vollständiges Skelett gesichert. Möglich mache das nur die große Zahl der gestrandeten Pottwale, so Bick: „Sie stehen auf der roten Liste geschützter Arten.“ In der eigenen Sammlung gebe es bisher kaum vergleichbares. Zwar beinhalte sie auch heimische Schweinswale, die werden mit bis zu zwei Metern aber nicht annähernd so groß und schwer wie die riesigen Verwandten.

Sobald das Ermittlerteam mit seiner Arbeit fertig ist, sollen die Knochen zweier junger Bullen morgen per Sattelschlepper ins Meeresmuseum nach Stralsund gebracht werden. Dort werden sie zwischengelagert und behandelt, bis wirklich nur noch die Knochen übrig sind. „Bis wir sie bekommen, dauert es vielleicht noch ein Jahr“, sagt Bick. „Und dann liegen sie erst mal einzeln rum.“ Damit das vollständige Skelett in der Ausstellung präsentiert werden kann, müsse es auf jeden Fall noch von einem Fachmann präpariert werden. „Die Höhe der Gesamtkosten ist noch nicht absehbar“, sagt Bick. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein hatte die Ausgaben für die Aufarbeitung der gestrandeten Pottwale zuletzt auf 75 000 Euro geschätzt.

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erstellt am 09.Feb.2016 | 05:00 Uhr

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