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Norddeutsche Neueste Nachrichten

07. Dezember 2016 | 19:18 Uhr

Lebensretter : Rostocks Retter aus der Luft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sven Hennig ist mit seinem Bruder Lars im Katastrophenfall bundesweit zur Personenbergung im Einsatz

Sich aus dem Helikopter abzuseilen, um Menschen aus einer Notlage zu retten – das kennen die meisten nur aus Actionfilmen. Für Sven Hennig ist das Realität. Seit einem Jahr kann sich der Rostocker nach bestandener Ausbildung Luftretter nennen. Er und sein Bruder Lars, der den gleichen Kurs bereits vor Jahren absolvierte, sind die einzigen Vertreter aus Rostock im fünfköpfigen Luftretter-Landesteam MV.

Bei dieser Einheit, die korrekt Luftunterstützte Wasserrettung heißt und im Katastrophenfall zum Einsatz kommt, handelt es sich um eine Kooperation von Deutschem Roten Kreuz, Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Bundespolizei. „Anlass für die Gründung war das Jahrhunderthochwasser an der Elbe“, sagt Sven Hennig. Für ihn stand schnell fest, dass er nach den Qualifikationen zum Rettungsschwimmer, als Sanitäter und im Seefunk sowie dem Bootsführerschein auch diese einjährige Ausbildung machen möchte. „Dafür muss man natürlich auch schwindelfrei sein und sich mit Strömungsrettung auskennen“, sagt der 26-Jährige, der seit zwölf Jahren bei der Wasserwacht ist. Für ihn sei es kein Problem gewesen, sich das erste Mal aus dem Helikopter abzuseilen – zu groß ist das Vertrauen in das Stahlseil und die Winde. „Eine größere Herausforderung war der Kletterteil der Ausbildung und der Moment, zum Abseilen über die Dachkante eines Hauses zu steigen“, erinnert sich der Rostocker.

Dass auf Dächern geübt wurde, hat Gründe: Ist doch die Luftrettungseinheit speziell für Hochwasser-Ernstfälle ausgebildet, um Menschen von Häuserdächern zu bergen. Fünf Stationen gibt es bundesweit. Für die Rostocker Brüder ist Fuhlendorf bei Hamburg die Basis. Dort sind inklusive der fünf aus MV insgesamt 20 Luftretter stationiert. „Zwar kann der Katastrophenfall schnell eintreten, aber man ahnt ja schon anhand der Wettervorhersage, dass es dazu kommen könnte“, so Sven Hennig. Deshalb hat er die Ausrüstung – Neoprenanzug, Helm und Klettergurt – immer zuhause parat. Außerdem würden die Luftretter per SMS voralarmiert und ihre Einsatzbereitschaft abgefragt, der auch der Arbeitgeber zustimmen muss. Sven Hennig ist beruflich Nautiker und fährt als Kapitän zu den Offshore-Windparks. Wasser sei das verbindende Element von Hobby und Beruf. Da er sich im Ehrenamt kaum höher qualifizieren kann, bleibt ein Traum für ihn eine hauptberufliche Stelle bei der Seenotrettung.

Bis es soweit ist, sind die Hennig-Brüder weiterhin jeden Sommer als Rettungsschwimmer am Strand anzutreffen. Und im Ernstfall bundesweit als Luftretter. Da der letzte Einsatz 2013 war, müssen die Mitglieder dieser Einheit regelmäßig „zweimal pro Jahr unter dem Heli hängen“, um in Übung zu bleiben. Für Sven Hennig war es gerade am Montag soweit. Sein Übungsflug führte nach Winsen an der Luhe und wurde von dem Rostocker erfolgreich absolviert.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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