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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 21:20 Uhr

Verkehrsinnovation : Rostocks neuer Wasserbus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Lokales Unternehmen will mit dem Neptun Hopper die Stadtteile an der Warnow in den Nahverkehr einbinden

Ob der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, an die Schule, Uni oder ein Familienausflug – all das könnte zukünftig über die Warnow erfolgen. Der Fluss – Basis der wirtschaftlichen Erfolge der Hansestadt – ist von der Nahverkehrsseite aus betrachtet ein Hindernis und seine Ufer sind bisher nur durch Fähren verbunden.

Das soll sich bald ändern. Zusätzlich zur bereits kursierenden Idee einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Warnow kommt jetzt die Rostocker Neptun Ship Design GmbH mit einem weiteren Vorschlag an die Öffentlichkeit: dem Neptun Hopper – eine Art Wasserbus, der verschiedenste Haltestellen an beiden Ufern des Flusses verbindet und sogar die Unterwarnow samt Mühlendammschleuse bis nach Schwaan einbezieht.

„Dabei sind wir keine Konkurrenz zum Warnowtunnel oder zum öffentlichen Nahverkehr, sondern eine Ergänzung“, sagt Entwickler Harald Arndt. Die Idee des Neptun Hoppers würde neue Zielgruppen erschließen und Pendlerverkehre reduzieren, weil sie sich vor allem an diejenigen richte, die bisher das Auto brauchen, um ihr Ziel an der Warnow zu erreichen.

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Das Ingenieurbüro für Schiffskonstruktion hat bei seinem Entwurf für die elektrisch betriebene Doppelendfähre viel Raum für Flexibilität gelassen – so können sowohl die Schiffe selbst als auch die Anlegestellen je nach Nutzerzahl verändert und die Idee deshalb auch an andere interessierte Städte verkauft werden. „Nach unserer Arbeit müssen für Rostock jetzt Potenzialanalysen zur Kapazität und Nutzung sowie eine Kostenanalyse folgen“, sagt Arndt. Während es mit Fördermitteln für Elektromobilität auf dem Wasser schlecht aussehen würde, bestünden für solche Analysen Fördermöglichkeiten. Deshalb wollen die Konstrukteure mit ihrer Idee gern in den Mobilitätsplan Zukunft der Hansestadt Rostock aufgenommen werden.

Die Kosten für die bisher geleistete Erstellung des Konzepts trug die Neptun Ship Design GmbH selbst. Ziel war es, das Potenzial des Flusses zu nutzen und Menschen aller Altersgruppen mit den Stadtgebieten an der Warnow zu verbinden. „Wir wollten ein ganzheitliches Konzept und nicht wie die Brücke nur ein Problem lösen“, so Geschäftsführer Helge Sell. Sollte das Projekt realisiert werden, könnten damit auch Arbeitsplätze geschaffen werden – für den Bau der Schiffe sowie deren Betrieb.

„Das ist eine tolle Idee mit großem Alleinstellungspotenzial für Rostock, aber zugleich auch mit gleich mehreren Herausforderungen verbunden“, lobt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Der Neptun Hopper zeuge von der Innovation und Attraktivität Rostocks als Schiffbaustandort und als Standort für die Entwicklung von Projekten mit Aha-Effekten, sagt das Stadtoberhaupt.

 

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erstellt am 07.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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