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Dramatische Szenen : Rostock: Polizist nach Attacke schwer verletzt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

20-jähriger Erntehelfer randaliert im Wohnhaus und schmeißt Feldstein in das Gesicht eines Beamten.

Die Polizisten der Hansestadt sind unter Schock: Bei einem vermeintlichen Routineeinsatz ist gestern einer ihrer Kollegen so schwer im Gesicht verletzt worden, dass er noch am gleichen Tag notoperiert werden musste. Es war kurz vor 7 Uhr früh, als der Notruf einging. Bewohner eines Hauses in der Kröpeliner Straße meldeten, dass sich ein Mann Zugang zum Treppenhaus verschafft hätte und dort randalieren würde. „Es waren zwei Streifenwagenbesatzungen im Einsatz. Der Kollege, der als erster die Haustür öffnete, wurde direkt von einem faustgroßen Feldstein mitten ins Gesicht getroffen“, sagt Yvonne Hanske. Der Randalierer hätte den Stein aus einem Stoffbeutel geholt und auf den 40-jährigen Beamten geschleudert, der daraufhin blutend zusammenbrach und von seiner Kollegin erstversorgt wurde, bevor der Rettungswagen eintraf und den Mann ins Krankenhaus brachte.

Die Betroffenheit ist der Polizeisprecherin gestern nur Stunden nach dem Vorfall noch deutlich anzuhören. „Der Kollege hat massive Gesichts- und Kieferverletzungen und auch einige Zähne verloren. Zum Glück bestand keine Lebensgefahr, aber es ist dennoch dramatisch“, so Hanske. Neben sechs verlorenen Zähnen musste dem Polizeibeamten ein Teil der Lippe wieder angenäht und Teile von Oberkiefer und Nase gerichtet werden. Der Randalierer – ein 20-jähriger ukrainischer Erntehelfer – hätte sich nach der Attacke auf den Polizisten im Haus Zutritt zu einer Wohnung verschafft, die er fast vollständig verwüstet hat und sich anschließend darin verschanzt. „Es waren Menschen in der Wohnung, die sich aber verstecken konnten“, so die Polizeisprecherin. Nur mithilfe von Pfefferspray gelang es den sechs mittlerweile nachalarmierten Beamten, den Mann nach längerem Gerangel vorläufig festzunehmen – wobei zwei Beamte auch Pfefferspray in die Augen bekamen.

Laut Yvonne Hanske sei der Täter ebenfalls in die Klinik gekommen. „Er ist zwischenzeitlich weggetreten, weshalb wir auch prüfen, ob er unter dem Einfluss von Rauschmitteln stand“, sagt sie. Außerdem sei es schwierig gewesen, die Identität des Mannes festzustellen, da er zum Zeitpunkt der Tat nur mit einer Unterhose bekleidet war.

Ersten Ermittlungen zufolge war es reiner Zufall, dass der Randalierer in das Wohn- und Geschäftshaus in der Kröpeliner Straße eindrang. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist kein Zusammenhang zwischen dem Mann und den Bewohnern oder dem Haus erkennbar“, so Hanske. Gegen den 20-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet – ihm wird unter anderem gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung zur Last gelegt.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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