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Norddeutsche Neueste Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:40 Uhr

Flüchtlinge : Rostock feilt an der Unterbringung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadt schließt letzte Notunterkunft in Marienehe. Gemeinschaftshaus in Gehlsdorf öffnet im Dezember. Amt wird zum Jahresende aufgelöst.

808 Flüchtlinge mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus leben aktuell in Rostock. Zwar hat sich die Problemlage aufgrund des abgeflauten Zustroms von akuten Sorgen der Unterbringung hin zur Langzeitaufgabe Integration verlagert, aber Unterkünfte spielen nach wie vor eine große Rolle. Das unterstreicht die Chefin des Amtes für Flüchtlingsangelegenheiten und Integration, Martina Bade.

Aktuelles Hauptthema: die Unterkunft in der früheren Hanseatischen Weiterbildungs- und Beschäftigungsgemeinschaft (HWBR) An der Jägerbäk. „Wir sind jetzt dabei, die HWBR als letzte Notunterkunft leerzuziehen“, so Bade. Als solche könne die allein schon bezeichnet werden, weil dort draußen immer noch Dusch- und Toilettencontainer aufgestellt sind. Über vier bis sechs Wochen würden Teams des Betreibers die Unterkunft mit ihren aktuell rund 110 Plätzen räumen. Solange das dauert, so ist es mit dem Land vereinbart, werden keine neuen Flüchtlinge aufgenommen – nur in dringenden Ausnahmefällen, so Bade.

Neben der HWBR betreibt die Stadt auch noch Gemeinschaftsunterkünfte. In der Satower Straße sind 359 Plätze belegt, in der Möllner Straße 213, in der Bonhoeffer 124. Die Familien und alleinreisenden Flüchtlinge aus der HWBR werden auf diese Unterkünfte verteilt – eine logistische Herausforderung für das Amt. „Die haben dort acht Monate oder länger gewohnt“, sagt die Leiterin, „das ist fast so etwas wie ein Zuhause geworden“.

Die Unterkunft in Gehlsdorf Langenort soll ab Dezember in Betrieb gehen. „Das Objekt ist vollständig möbliert und bezugsfähig“, sagt sie. Teller, Tassen, Pfannen – alles sei da. „Das kann dann sehr schnell gehen.“ Bis Mittwoch konnten sich potenzielle Betreiber bewerben. Die Unterlagen wurden gesichtet, allerdings noch keine Beauftragungen ausgelöst, heißt es von Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Das Prozedere bis zur Auftragsvergabe sei streng reguliert. Die neue Gemeinschaftsunterkunft ist für maximal 260 Flüchtlinge ausgelegt. „Das werden wir auf absehbare Zeit nicht erreichen“, sagt Bade. Die Wohnungen, die die Stadt in 35 Objekten der Wiro angemietet hat, könnten allmählich aufgelöst werden, sagt die Amtsleiterin. Aufgelöst werden soll auch das Amt selbst – zum 31. Dezember. Hintergrund soll auch dessen Struktur sein. Es war aus der Not geboren, weil die Stabsorganisation der Stadt nicht aufrechterhalten werden konnte, als seit September 2015 viele Flüchtlinge nach Rostock kamen oder auch „nur“ durchreisen wollten. Es hatte bisher drei kommissarische Leiter und Mitarbeiter, die aus anderen Ämtern abgezogen worden waren. Auch wenn das Amt schließt, besteht die Aufgabe weiter – „die Betreuung muss nach wie vor gewährleistet werden“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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