zur Navigation springen

Norddeutsche Neueste Nachrichten

02. Dezember 2016 | 21:11 Uhr

Verstärkung für Seenotretter : Retter legen Boote auf Kiel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Tamsen-Werft fertigt insgesamt drei Neubauten an. Gesellschaft investiert rund eine Million Euro pro Stück.

Verstärkung für die Seenotretter: Gestern hat die Werft Tamsen maritim gleich zwei Neubauten für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf Kiel gelegt. Fertiggestellt sein sollen sie im Herbst 2017 beziehungsweise Anfang 2018. „So eine Doppelkiellegung hatten wir hier noch nie“, sagt Tamsen-Geschäftsführer Christian Schmoll. Seine 100 Mitarbeiter starke Werft liefert insgesamt drei von sechs bestellten Seenotrettungsbooten – und verfügt in diesem Bereich schon über Erfahrung: Im vergangenen 150. Jubiläumsjahr der Gesellschaft übergaben die Rostocker den ersten Neubau einer Werft in MV seit der Wende.

„Damit hat Tamsen hervorragende Arbeit geleistet“, sagt DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler. Und auch durch vergangene Reparaturen hätten sich die Rostocker den neuen Auftrag verdient. Pro Boot investiert die Gesellschaft rund eine Million Euro. Das Geld stammt zum Großteil aus Erbschaften, die Spender den Seenotrettern vermacht haben. Für ihre ehrenamtliche Arbeit sind sie fast vollständig auf Zuwendungen angewiesen. Zum Dank erhalten die Neubauten Namen mit Bezug zu den Geldgebern. „Eins wird den Namen einer Spenderin tragen und eins den Namen der Segelyacht des Paares, das uns die Erbschaft hinterlassen hat“, sagt Stadeler. Gelüftet werde das Geheimnis aber erst bei der Taufe.

Im Anschluss an diese sollen die Boote der 10,1-Meter-Klasse mindestens 25 Jahre für Sicherheit sorgen. „Die Schiffe werden in der Ostsee bleiben und hoffentlich viele Menschen aus Seenot retten“, sagt Stadeler. Wo genau sie stationiert werden, sei aber noch nicht entschieden. Warnemünde wird es allerdings nicht – „bei uns wird immer ein Seenotkreuzer liegen“, erklärt Jörg Westphal, Leiter des DGzRS-Infozentrums im Ostseebad. Derzeit ist das die „Arkona“, die noch mindestens sechs Jahre ihren Dienst leisten soll. Auf ihr ist auch Verena Krämer tätig, die gestern stellvertretend für die insgesamt 800 ehrenamtlichen Retter an Ost- und Nordsee ein Zwei-Euro-Stück als Glücksbringer in eines der Aluminium-Skelette versenkte. Sie sagt: „Die wirklichen Seenotfälle sind zum Glück selten geworden.“ Dennoch übe das Team jeden Sonnabend Dinge wie die Bergung von Personen oder das Schleppen.

Im zweiten Neubau warfen Marita Bojarra alias Mariken und Gernot Schumann alias Vormann Stephan Jantzen die Münze ein. Die beiden 18 Knoten schnellen Schiffe sind als Selbstaufrichter konstruiert und zeichnen sich durch ihre Manövrierfähigkeit sowie Belastbarkeit aus. Die dreiköpfige Besatzung kann mit ihnen auch unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits gehen.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen