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Norddeutsche Neueste Nachrichten

03. Dezember 2016 | 20:47 Uhr

Rostocker Stadthafen : Restaurantschiff spaltet Gemüter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Objekt auf einer Barge soll Attraktivität des Stadthafens steigern. Kritiker sehen die Grundsatzfrage nach Entwicklung ausgeklammert.

Der Stadthafen muss sich entwickeln. Dahingehend herrscht Einigkeit in Verwaltung und Bürgerschaft. Das „Wie“ ist eine ganz andere Frage. Sie ist Teil des Rahmenplans für den Stadthafen, dessen Abstimmung in den Gremien der Stadt noch auf sich warten lassen könnte. Ganz anders als versierte Investoren wie Robert Thömmes. „Ich habe genau das Richtige gefunden“, sagt der 36-Jährige.

Am Fähranleger Kabutzenhof, gegenüber der „Käpt’n Piet“, will er mit einem Restaurantschiff festmachen, einer Barge von 1954, die er aus der Nähe von Amsterdam holt. Auf dem oberen Deck soll unter einer Fensterkuppel ein 240 Quadratmeter großer Gästebereich entstehen, der sich öffnen lässt. „Im Sommer sitzt man quasi draußen“, sagt Thömmes. Die Küche soll auch Fisch führen, aber breit aufgestellt sein.

Vom Traumrestaurant in seiner Wahlheimat trennen den gebürtigen Usedomer noch Kaufvertrag und die Genehmigungen der Stadt. Seit Februar ist er hinter denen her. Sein Restaurantschiff gilt nicht als Schiff, sondern als „schwimmende Einheit“. Der Investor braucht also keinen Pachtvertrag mit dem Hafen, sondern einen Bauantrag. Die Absprachen mit den Ämtern seien sehr gut gelaufen. „Sie haben sich aktiv an der Problemlösung beteiligt“, sagt Thömmes, den auch gereizt hatte, durch die schwimmende Gastronomie weniger zu investieren als landseitig des Hafens.

Einen Fürsprecher hat er im Bausenator. „Ich finde diese Idee wunderbar. Auch an der Stelle, in der sich entwickelnden neuen Hafencity“, sagt Holger Matthäus (Grüne). Letzteres ist für den Ortsbeiratsvorsitzenden von Stadtmitte, Werner Simowitsch (Linke), genau das Problem. Er kritisiert, dass peu á peu Projekte in den Hafen kommen sollen. Er hätte nichts gegen das Restaurant, aber „das sollte erstmal in den Rahmenplan eingeordnet werden.“ Der Beirat wird heute dazu debattieren.

„Diskutieren können wir bis zur Perfektion noch sehr lange“, sagt Matthäus. Sinnvolle Entwicklungen (ähnlich wie Restaurtants im Bereich Gehlsdorf) könnten durchaus auch schon vor endgültiger Beschlussfassung des Rahmenplans gefördert werden. „Dann passt sich halt der Rahmenplan an aktuelle Entwicklungen an.“

Entwicklungen im Stadthafen würde auch Carsten Loll begrüßen. Als Chef des Carlo 615 fürchtet er neue Nachbarn nicht. „Wir brauchen alles, was den Stadthafen interessant macht“, sagt er. Das brächte mehr Touristen, ebenso wie es eine bessere Anbindung und vor allem mehr Schiffe würden.

Ob das Restaurantschiff den Hafen bereichert oder dem Rahmenplan im Wege steht, wird auch der Beirat der KTV besprechen. Das Schiff soll an einer nicht eindeutigen Grenze zwischen beiden Zuständigkeitsbereichen festmachen.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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