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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 10:45 Uhr

Archäologisches Landeszentrum : Rathausspitze kritisiert Geschacher ums Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Oberbürgermeister pocht auf schnelle Entscheidung zugunsten Rostocks als archäologisches Landeszentrum

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling ist enttäuscht vom Koalitionsvertragsentwurf von SPD und CDU. Nachdem gestern klar wurde, dass die CDU die Hansestadt als Standort für das geplante Archäologische Landesmuseum infrage stellt, reagiert der OB mit scharfer Kritik. Er wirft beiden Parteien vor, die Interessen der Kommunen der Parteipolitik unterzuordnen.

Die fehlende Passage und damit Zusage zum Archäologischen Landesmuseum im Koalitionsvertrag von SPD und CDU löst im Rostocker Rathaus heftige Kritik aus. „Mal wieder wurden die berechtigten Interessen der Kommunen dem koalitionspolitischen Kalkül geopfert“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Er zeigt sich enttäuscht: „Wer den Vereinbarungsentwurf liest, wird an vielen Stellen klare Aussagen vermissen. Eine Positionierung zu einem Archäologischen Landesmuseum fehlt ganz.“ Ursache: Die CDU ist sich trotz Empfehlung externer Gutachter für Rostock uneins über den Standort und verhinderte deswegen jedwede Aussage im 77-seitigen Papier.

In der Hansestadt selbst positionieren sich die Christdemokraten eindeutig. „Wir sind der Auffassung, dass Rostock der geeignete Standort ist“, sagt Berthold Majerus, Chef der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft. „Dafür werden wir auch auf Landesebene werben.“ Die Stadt biete mit der Societät in der August-Bebel-Straße 1 nicht nur eine perfekte Immobilie, sondern beherberge mit dem Inhaber des Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte an der Universität auch den künftigen Leiter des Landesmuseums. Die Professur hat Hans-Jörg Karlsen inne, der das Thema Ostsee als Schwerpunkt setzen möchte.

„Wir haben dem Land ein attraktives Standortangebot gemacht und werden dieses Vorhaben nicht nur mit Worten unterstützen, sondern auch mit kräftigem Rückenwind“, sagt Oberbürgermeister Methling. Unter anderem hat die Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum bereits mehr als 9000 Unterschriften auf ihrer Internetseite gesammelt, die den Standort Rostock bevorzugen. „Unser Doppeljubiläum 2018/2019 wäre ein hervorragender Rahmen und die Verbindungen zur Universität Rostock und ihrem Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte garantieren wissenschaftliche Arbeit auf höchstem Niveau“, so Methling. Die Hansestadt sei der richtige Ort, um neueste Erkenntnisse der Archäologie bekannt zu machen.

Zu diesem Ergebnis war auch ein Gutachten der Fachfirma Museoconsult gekommen, das Ex-Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) in Auftrag gegeben hatte. An seiner Haltung pro Rostock habe sich nichts geändert, erklärt Brodkorb.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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