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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

Rostocker Stadthafen : Prüfung für Hafenbrücke kritisiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verwaltung: Zu teuer, zu langwierig – SPD und Grüne sollen Auftrag zurückziehen. Fraktionen fordern grundsätzliche Klärung des Themas.

Es sollte ein einfacher Prüfauftrag zweier Fraktionen an die Verwaltung sein, ein Schritt, um wortwörtlich eine Brücke zu schlagen – zwischen Innenstadt und Nordosten. Jetzt könnte es sein, dass Grüne und SPD ihren Antrag für eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Fußgänger- und Fahrradbrücke im Stadthafen zurückziehen.

Die Verwaltung schätzt nämlich ein, „dass die inhaltliche Bearbeitung mehrere Monate, wenn nicht sogar ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen würde“, so Bausenator Holger Matthäus (Grüne), „und 120 000 bis 150 000 Euro kostet, wenn das erwartet wird“, ergänzt Verkehrsamtsleiter Heiko Tiburtius. Die Prüfung für Standort, technische Lösung (zum Beispiel Klappbrücke), Baukosten, Finanzierung, Zeitplan und Barrierefreiheit müsse extern vergeben werden. Stadtplanungsamtschef Ralph Müller empfiehlt, den Antrag zurückzunehmen, „eine deutlich abgespeckte Variante und mit der Verwaltung zu überlegen, wie man das machen kann“. Das koste dann vielleicht nur 20 000 Euro. Der Bauausschuss hat das Thema daraufhin vertagt. Grundsätzlich ist der Tenor der Verwaltung aber positiv. „Wir unterstützen das ausdrücklich, vielleicht muss man nur nicht so in die Tiefe gehen“, sagt Müller. Anders als Ausschussvorsitzender Frank Giesen (CDU). „Ich wäre dafür, dass wir kein Wunschkonzert aufmachen.“ Er vermutet Ausgaben von mehreren Millionen Euro – „wenn ich es nicht finanzieren kann, dann muss ich es auch nicht prüfen“. Damit trifft Giesen einen Nerv bei SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider. „Mir geht es darum, dass man irgendwann einmal eine Lösung findet“, stellt er klar. Die Brücke sei schon in den 1960ern Thema gewesen. In der Stadt werde seit Ewigkeiten philosophiert, sagt Wandschneider, „am Ende hat sich nichts bewegt“. Jetzt solle der Knoten durchgehauen werden und endlich geprüft werden, ob eine Brücke machbar ist. „Und das denke ich schon“, sagt Wandschneider. Für Anke Knitter aus seiner Fraktion ist „der Punkt, die Teilung der Stadt zu überwinden“.

Die Umsetzung, da sind sich die Fraktionsspitzen einig, wird nichts sein, womit Rostock in den nächsten paar Jahren rechnen kann. Ob sie ihren Antrag formal zurückschrauben, debattieren die Fraktionen dennoch. Sie hätten kein Interesse, dass der Auftrag finanziell in die Hunderttausende gehe und Jahre dauere, sagt Grünen-Chef Uwe Flachsmeyer. „Es geht darum, dass für eine mögliche Brücke ein Platz freigehalten wird.“

Senator Matthäus deutet bereits Standorte an, hervorgegangen aus früheren Arbeiten: eine Verbindung vom Südufer zwischen der Haedgehalbinsel und dem Christinenhafen zum Nordufer in Gehlsdorf im Bereich der Fährstraße und des Wellenweges. Das Thema, sichert Tiburtius zu, werde im Kontext des Rahmenplanes für den Stadthafen mitbedacht – mit Antrag oder ohne.



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erstellt am 06.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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