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Norddeutsche Neueste Nachrichten

09. Dezember 2016 | 18:22 Uhr

Notruf in Rostock : Polizist rettet Baby aus Kälte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Junge Mutter sperrt sich aus Auto, Schlüssel und Säugling eingeschlossen. Frank Köhler zerschlägt Scheibe.

Viel Zeit zum Nachdenken hatten die Polizeihauptmeister Frank Köhler und Jana Berg nicht, als am Mittwochvormittag der Notruf einging: Eine junge Mutter hatte in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt versehentlich ihr neun Monate altes Baby im eiskalten Auto eingesperrt – Schlüssel und Handtasche waren genau so unerreichbar wie der hilflose Säugling der Mutter. Berherzt griff Polizist Frank Köhler ein, zerschlug die Scheibe und rettete dem Jungen so das Leben.

Kein alltäglicher Fall für die Beamten: „Das muss ich auch nicht jeden Tag haben. Es geht einem schon sehr ans Gemüt, vor allem, wenn so ein kleines Kind in Gefahr ist“, sagt Köhler, der ein Enkelkind im selben Alter hat. Der jungen Mutter könne man aber keinen Vorwurf machen: „Dass Leute sich aus dem Auto aussperren, passiert häufig. Dabei handelt es sich einfach um einen technischen Defekt“, so der Polizeihauptmeister. Zwar sei es sinnvoll, Haus- und Fahrzeugschlüssel getrennt aufzubewahren – eine Garantie, um wieder in den Wagen zu gelangen, sei dies aber nicht.

Rückblick: Die Mutter des Jungen hatte ihr Baby in das Auto gestetzt und angeschnallt, um gleich loszufahren. Als sie den Kinderwagen verstauen wollte, schlug die Tür zu – der Wagen verriegelte sich automatisch.

Gerade in der Satower Straße unterwegs, waren die Beamten in nur sechs Minuten zur Stelle. „Erst hatten wir noch überlegt, den Abschleppwagen zu rufen. Ich hatte sogar schon gewählt“, erinnert sich Jana Berg. Doch wäre bei minus zwei Grad jede Minute in dem noch mit Schnee bedeckten, eiskalten Fahrzeug zu viel gewesen. „Wir mussten abwägen, wie viel Zeit uns bleibt. Auch die Mutter bat uns darum, schnell die Scheibe einzuschlagen“, sagt Berg.

Nach einigen vergeblichen Versuchen und mit viel Kraft konnte Köhler schließlich die Dreiecksscheibe des VW einschlagen. „Wir mussten ja auch aufpassen, dass die Scherben das Kind nicht verletzen. Das saß zum Glück auf dem Vordersitz“, sagt der Beamte, sichtlich berührt.

Am Ende konnten die Beamten, die seit mehr als  zehn Jahren ein Einsatzteam bilden, durch ihren besonnenen Einsatz und ihr beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindern. Mutter und Kind sind beide wohlauf – und ihre Helden der Woche die beiden Rostocker Polizeihauptmeister Jana Berg und Frank Köhler.

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