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Norddeutsche Neueste Nachrichten

29. Juni 2016 | 02:02 Uhr

Rostock : Ortsbeirat sorgt sich um die Sicherheit der Marienkirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gremium fürchtet Beeinträchtigung durch Tiefgaragen, die am Neuen Markt entstehen sollen. RGS stellt Quartierblatt vor

Bis auf dem Neuen Markt der Verwaltungsanbau, Geschäfte und Wohnungen entstehen, dauert es noch Jahre. Eine Sorge ist jetzt schon da: Dass die Marienkirche durch die künftigen Nachbargebäude beeinträchtigt wird.

In einem Quartierblatt sind Rahmenrichtlinien für die Gestaltung der drei zukünftigen Baufelder und der öffentlichen Flächen vorgegeben. Darin sind auch diverse Tiefgaragen mit mehreren Ebenen vorgesehen – drei allein unter einem künftigen benachbarten Gebäude. Eine Sorge aus dem Ortsbeirat Stadtmitte: Dass bei deren Bau die Kirche aus dem 15. Jahrhundert nachrutschen könnte und so beschädigt wird. „Das ist in Berlin bei der Friedrichswerderschen Kirche passiert“, sagt Beiratsmitglied Andreas Herzog (SPD). Für das dort geplante Haus mit Eigentumswohnungen und Tiefgarage war die Baugrube zu dicht neben der Kirche ausgehoben worden. Die sackte ab und ist nun seit 2012 wegen Bauschäden geschlossen. „Auch da dachten die Planer, die hätten alles im Griff“, so Herzog.

Der Ortsbeirat beschloss jüngst das von der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) erarbeitete Quartierblatt. Der Beirat regelte aber per Änderungsantrag, dass die Tiefgarage des Nachbarhauses nur maximal eine Etage haben darf. „Die Marienkirche ist das Highlight der Hansestadt Rostock und da sollten wir nichts riskieren“, sagt Herzog.

Es ginge auch darum, ein Zeichen zum Schutz der Kirche zu setzen, so Ortsbeiratschef Werner Simowitsch (Linke). Weitere Zeichen setzt der Beirat mit den Anträgen, das Quartierblatt noch einmal im Gestaltungsbeirat besprechen zu lassen, in irgendeiner Form Bürgern zu präsentieren, sozialen Wohnungsbau zu berücksichtigen und aufzunehmen, dass keinesfalls die Kfz-Zulassungsstelle in den Verwaltungstrakt zieht. Hintergrund der Sorge: Der heutige Sitz im Charles-Darwin-Ring muss 2018 leer gezogen werden, ein neuer wird benötigt. Die Stelle würde aber viel Verkehr und die Begutachtung auch von Lkw bedeuten, was nicht so zentral in die Innenstadt passe, so der Ortsbeirat.

Das Projekt
Wo: Die Nordseite des Neuen Marktes soll bebaut werden. Das umfasst die Flächen zwischen Rathausanbau, An der Hege und Kleine Wasserstraße bis Krämerstraße – 37 000 Quadratmeter.
Was: Auf drei Baufeldern sollen Verwaltung, öffentliche Einrichtungen, Einzelhandel und Wohnen Platz finden.
Wer: Die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) hat ein Quartierblatt erstellt.

Wie: Das regelt zum Beispiel die Minimalhöhe von 18 und Maximalhöhe von 23 Metern und deutliche Höhenversprünge. Die Kirche soll dominant bleiben – Klinker in der Farbgebung, sowie Kupfer ist ihr vorbehalten. Die Häuser sollen in hellen Farben (ohne Reinweiß) erscheinen und in glatten mineralischen (Putz-)Oberflächen. Dunklere Farben sowie Natur- und Kunststeine wie Klinker oder Betonwerkstein sollen nur in der Erdgeschoss- oder Arkadenzone beziehungsweise als architektonische Gliederungselemente zugelassen werden. Auch Dachmaterial und -neigung sind geregelt.

Der Parkplatz hinter dem Rathaus soll zum halb öffentlichen Hof werden. Außerdem müssen einige Straßen, wie die hinter dem Rathaus, neu geordnet werden, sie soll möglicherweise zur Einbahnstraße werden. Für alle Bauten soll es Wettbewerbe geben, deren Aufgabenstellungen vorher öffentlich im Ortsbeirat und Gestaltungsbeirat angepasst werden. Es wird erwogen, auf Anregung der SPD Gerüste mit Fotoplanen aufzustellen, die die Dimensionen der künftigen Bebauung illustrieren und so den Anwohnern, die weiterhin beteiligt werden sollen, eine Vorstellung zu ermöglichen.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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