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Norddeutsche Neueste Nachrichten

02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Klinikum Süd : Neues Knie für 71-Jährigen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ärzte des Endoprothetikzentrums am Klinikum Süd setzen künstliches Gelenk ein. Patienteninformation am 22. November.

Es ist bereits die fünfte Knie-Prothese, die Helmut Heidrich letzte Woche im Rostocker Klinikum Süd eingesetzt wurde. „Die erste kam 2004 wegen der kaputten Hüfte“, sagt Heidrich. Die musste 1962 nach einem Arbeitsunfall auf der Werft steifgelegt werden, erzählt der 71-Jährige und ergänzt: „Weil der Schaden erst zu spät erkannt und Knorpel zu stark beschädigt worden waren.“ Danach habe sich das Knie über die Jahre immer mehr abgenutzt und der erste Eingriff am Gelenk folgte.

„Eigentlich sollte so eine Prothese 15 Jahre halten, haben sie damals gesagt“, erinnert sich Heidrich. „Wenn es danach geht, müsste ich jetzt schon über Hundert sein“, lacht der Rentner. Fünfmal wurde er allein am Knie operiert, die Hüft-Eingriffe kommen noch hinzu. „Man muss das alles mit Humor nehmen, sonst geht man kaputt“, sagt der 71-Jährige.


Jede Prothese wird individuell angefertigt


Dass Helmut Heidrich jetzt bereits die fünfte neue Knieprothese bekommen muss, hängt mit der zusätzlichen Belastung durch die steife Hüfte zusammen, erklärt Dr. Philipp Bergschmidt, Leitender Oberarzt der Hüft- und Kniechirurgie an der Südstadtklinik. „Jetzt hat er eine zementfreie Prothese bekommen, die nicht so leicht zerrüttet werden kann“, sagt Bergschmidt. Ein Prothesenstiel wurde in die Knochenschale eingesetzt, sodass der Knochen selbst wieder einwachsen könne. Ein zusätzliches Scharnier verhelfe zu mehr Stabilität – wegen der steifen Hüfte.

„Dr. Bergschmidt war der Erste, der mir mal richtig erklärt hat, was eigentlich gemacht wird und warum die Dinger immer wieder so schnell kaputt gegangen sind“, sagt Patient Helmut Heidrich. „Wir operieren hier keine Röntgenbilder, sondern jedes Mal andere Patienten mit einer anderen Symptomatik und Lebensumständen“, sagt der Spezialist für orthopädische Chirurgie. Jede Prothese werde individuell angefertigt. In etwa anderthalb Stunden ist so ein Eingriff erledigt. „Danach bleiben die Patienten noch etwa acht bis zwölf Tage auf der Station, danach geht es zur Reha“, so der Chirurg.

Mit dem neuen Knie soll jetzt alles besser werden, befindet Heidrich. „Ich bin keiner, der ruhig sitzen und nichts tun kann, ich muss immer irgendwie in Bewegung bleiben.“ Dass er keine schweren Lasten heben soll, will ihm noch nicht ganz in Mark und Bein übergehen – aber zumindest aufs Dach klettern will er fortan nicht mehr. Auch das große Gehöft in der Nähe von Güstrow könne er langsam aber sicher nicht mehr so gut bewirtschaften. Für das tägliche Würfeln mit seiner Frau reicht es aber allemal: „Wir knobeln jeden Tag nach dem Mittagessen. Manchmal eine halbe Stunde, manchmal aber auch zwei“, sagt Helmut Heidrich zufrieden.

Die gemeinsamen Mußestunden mit seiner Frau seien ihm das Wichtigste – der Gesichtsausdruck stimmt seinen Worten zu. Damit auch andere, die eine Endoprothese brauchen, so gut aufgeklärt werden, veranstaltet das zertifizierte Endoprothetikzentrum am 22. November einen Informationstag für Patienten. „Im Zentrum steht dieses Mal die Hüftendoprothetik“, sagt Bergschmidt. Es werde Vorträge geben, die Besucher können Modelle von Hüftprothesen ansehen und anfassen und sich in Einzelgesprächen beraten lassen – schließlich ist eine OP immer der letzte Ausweg, wenn eine konservative Therapie nicht mehr greife, so Dr. Philipp Bergschmidt.

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